Darfur-Verhandlungen: Eine Rebellengruppe
nach Widerstand doch für Friedensplan
- 'Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit' lehnt ab
·100 Millionen Euro Soforthilfe für Darfur
200.000 Menschen in den letzten 3 Jahren getötet
·Niedrigster Stand bei Flüchtlingen seit 1981
"Höherer Barrieren" Hauptgrund für Rückgang
Die sudanische Regierung und die größte Rebellengruppe in Darfur haben nach zähem Ringen einen Friedensvertrag für die Krisenregion unterzeichnet. Zwei kleinere Gruppen lehnen das von der Europäischen Union, den USA und der Afrikanischen Union unterstützte Abkommen aber weiter ab. Sie nahmen an der feierlichen Unterzeichnung in der nigerianischen Hauptstadt Abuja nicht teil. Der heutige Tag sei ein Sieg für den Sudan, sagte Regierungssprecher Abdulrahman Suma.
Abgelehnt wird die Vereinbarung aber weiter von der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), einer kleineren Rebellengruppe. Deren Chefunterhändler Ahmed Tugod verlangt für seine Organisation das Amt eines zweiten Vizepräsidenten in der Regierung. Auch die Zustimmung der Rebellen der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) ist offenbar nicht eindeutig.
Der nächste Schritt sei jetzt die Organisation einer UNO-Friedenstruppe für Darfur, sagte US-Vermittler Robert Zoellick. Der Friedensplan sieht unter anderem vor, dass 4.000 Kämpfer der Rebellen in die nationalen Streitkräfte integriert werden, weitere 1.000 in die Polizeikräfte. Außerdem sollen die Rebellen 70 Prozent aller Parlamentsmandate in den drei Darfur-Provinzen erhalten.
Die seit drei Jahren anhaltende Gewalt im Westen des Sudans hat bisher mindestens 180.000 Menschen das Leben gekostet. Zwei Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. In New York rief UNO-Generalsekretär Kofi Annan alle beteiligten Parteien auf, doch noch zu einer Einigung zu gelangen. Gleichzeitig erklärte er, dass die internationale Gemeinschaft die Pflicht habe, die Bevölkerung der Darfur-Region zu schützen, notfalls auch mit einem militärischen Einsatz. (apa/red)
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