Donnerstag, 4. Mai 2006

Ausbruch steht unmittelbar bevor: 5000 Indonesier auf der Flucht vor Vulkan Merapi

  • Lava bereits aus Vulkan gequollen, Feuer zu sehen
  • 'Männer wollen bis zuletzt bei ihren Feldern bleiben'

Aus Furcht vor einem drohenden Ausbruch des Vulkans Merapi in Indonesien haben mehr als 5000 Menschen ihre Häuser um den brodelnden Berg verlassen. In der Nacht quoll laut Geologen aus dem Vulkankegel erstmals Lava. An einem Berghang drang zudem Feuer nach außen, was ebenfalls auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeutet.

Zunächst gab es allerdings keinen offiziellen Evakuierungsbeschluss für die bis zu 37.000 Menschen in der unmittelbaren Gefahrenzone um den Vulkan im Süden von Indonesiens Hauptinsel Java. Vorbereitungen zur Massenevakuierung waren jedoch im Gange.

Seit drei Wochen mehren sich die Anzeichen für einen drohenden Ausbruch des Merapi-Vulkans. Allerdings zögern viele Anrainer, ihre Häuser und das Vieh an den fruchtbaren Berghängen zu verlassen. "Die Männer wollen bis zum letzten Moment bei ihren Feldern bleiben", sagte der Leiter der Evakuierungsmaßnahmen in der Hauptstadt Semarang auf Java. Nach Angaben von Vulkanforschern ist der Vulkan seit Tagen aktiv und spuckt Lava und Asche. Kürzlich trat aus einem neuen Krater Lava aus.

Deutsche Experten auf dem Weg
Zwei Experten des Geozentrums Hannover machten sich unterdessen auf den Weg nach Indonesien, um die Behörden vor Ort bei der Katastrophenvorsorge zu unterstützen. Auf Grund der aktuellen Entwicklung habe Indonesien die deutschen Kollegen um Unterstützung gebeten, teilte das Geozentrum mit.

Der Merapi zählt zu den am häufigsten ausbrechenden Vulkanen der Erde und liegt direkt vor der Millionenstadt Yogyakarta. Bei seinem letzten großen Ausbruch 1994 waren 64 Menschen getötet worden. Der Inselstaat Indonesien liegt in einem der vulkanisch und seismisch aktivsten Gebiete der Erde, dem pazifischen "Feuerring". Auf dem Archipel mit seinen rund 18.000 Inseln sind noch rund 130 Vulkane aktiv.
(APA/red)

4.5.2006 12:26