Donnerstag, 4. Mai 2006

Kosovo-Gespräche in Wien: Dritte Runde des Treffens verlief ohne jede Annäherung

  • "Sie sprechen über etwas, was wir nicht verstehen"
  • Haziri: Belgrad hat alte Vorschläge präsentiert

Die Gespräche über die Dezentralisierung im Kosovo sind in Wien ohne Annäherung verlaufen. "Die Unterschiede bleiben sehr groß", sagte Lutfi Haziri, Minister für Lokalverwaltung und Leiter des kosovo-albanischen Verhandlungsteams gegenüber Journalisten. Belgrad habe "alte Vorschläge und alte Dokumente" präsentiert. "Sie sprechen über etwas, was wir nicht verstehen", sagte Haziri.

Hingegen zeigte sich die Belgrader Delegation mit den Gesprächen durchaus zufrieden. "Wir haben klare und konkrete Vorschläge gemacht und die albanische Delegation war darauf offensichtlich nicht vorbereitet", sagte Slobodan Samardzic, Berater des serbischen Premiers Vojislav Kostunica.

Dies sei auch den Vertretern der internationalen Gemeinschaft nicht entgangen, fügte er hinzu. Belgrad setzt sich für insgesamt 15 bis 16 serbische Gemeinden im Kovoso ein, Pristina will neben den bestehenden fünf Gemeinden mit serbischer Mehrheit nur drei bis vier neuen zustimmen.

Leon Kojen, Berater des serbischen Präsidenten Boris Tadic, bezeichnete die Vorschläge der albanischen Delegation als "abstrakt und illusorisch". Pristina würde etwa auf die ökonomische Nachhaltigkeit als Basis für die Bildung neuer Gemeinden beharren, was aber in einem Gebiet mit etwa 70 Prozent Arbeitslosigkeit nicht realitätsnah sei. Entscheidend sei es jetzt, "Menschenrechte und ein sicheres Leben im Kosovo zu gewährleisten", betonte Kojen.

Vertreter der internationalen Gemeinschaft wollten am Donnerstag nach den Gesprächen keinen Kommentar abgeben. Die vierte Runde der Kosovo-Gespräche werden am Freitag in Wien fortgesetzt. (apa/red)

4.5.2006 19:10