Mittwoch, 3. Mai 2006

Teheran meldet sich im Atomstreit zu Wort:
Iran hat 4,8-prozentiges Uran angereichert

  • 5% für Stromerzeugung, 95% für Atomwaffen nötig

Der Iran hat nach eigenen Angaben Uran mit einer Konzentration von fast fünf Prozent angereichert. Der iranische Vizepräsident Gholamreza Aghazadeh sagte am Mittwoch in seiner Eigenschaft als Chef der nationalen Atomenergiebehörde im staatlichen Fernsehen, der letzte Wert betrage 4,8 Prozent.

Um Strom zu erzeugen, benötigen die iranischen Reaktoren Uran mit einer Konzentration von mindestens fünf Prozent. Für Atomwaffen ist ein Anreicherungsgrad von 95 Prozent erforderlich.

Bei einem Treffen der politischen Direktoren der Außenministerien der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats und Deutschlands in Paris hatte es am Dienstagabend erneut keine Einigung auf eine gemeinsame Resolution zum umstrittenen iranischen Atomprogramm gegeben.

Die deutsche Regierung wird nach den Worten ihres Koordinators für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt, keine Vermittlerrolle im Atom-Konflikt mit dem Iran übernehmen. Die Frage von Sanktionen gegen den Iran, für die die US-Regierung plädiert, stelle sich für Deutschland derzeit nicht.

Die US-Regierung könnte indes im Atomstreit mit dem Iran außerhalb der Vereinten Nationen (UNO) nach Wegen Suchen, Sanktionen zu verhängen. Sollte der UNO-Sicherheitsrat keine Schritte gegen die Islamische Republik beschließen, würden die USA diesen Weg beschreiten, sagte der US-Botschafter bei der UNO, John Bolton, am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss. "Ich bin sicher, wir würden darauf drängen, dass andere Länder und andere Gruppen von Ländern diese Sanktionen verhängen." Im Sicherheitsrat, der Sanktionen verhängen kann, treten die Vetomächte Russland und China gegen Sanktionen ein. Diplomaten zufolge könnten die USA die europäischen Handelspartner des Iran zu Sanktionen drängen. (APA/red)

3.5.2006 15:07