Dienstag, 2. Mai 2006

Kämpfe in irakischer Stadt Ramadi: Mehr als 100 Rebellen und zwei Soldeten getötet

  • Selbstmordanschlag auf Gouverneur: 3 Leibwächter tot

Irakische und US-Soldaten haben im Irak nach US-Armeeangaben mehr als 100 Aufständische getötet. Bei den Kämpfen in der vergangenen Woche in der Stadt Ramadi gut 100 Kilometer westlich von Bagdad seien auch zwei irakische Soldaten getötet worden, teilte die US-Armee mit. Am Dienstag kamen in Ramadi bei einem Selbstmordanschlag auf den Provinzgouverneur nach Angaben von Ärzten und Augenzeugen drei Leibwächter ums Leben. Trotz der anhaltenden Gewalt hieß es in britischen Regierungskreisen, irakische Einheiten könnten in zwei Jahren weitgehend alleine für die Sicherheit im Land sorgen.

Einzelheiten über die Gefechte in Ramadi wurden nicht genannt. Reuters-Mitarbeiter vor Ort berichteten von heftigen Zusammenstößen zwischen US-Truppen und Aufständischen. Dem widersprachen die irakischen Behörden. "Das ist das erste Mal, dass ich von heftigen Kämpfen in Ramadi gehört habe", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Ramadi gilt als Hochburg sunnitischer Aufständischer, die Truppen der USA und des Irak sowie die schiitisch und kurdisch geführte irakische Regierung bekämpfen.

Bei dem Selbstmord-Anschlag fuhr der Attentäter Augenzeugen zufolge auf einen von US-Militärfahrzeugen begleiteten Konvoi des Gouverneurs Mamun Sami Rashid zu und jagte sein Fahrzeug in die Luft. Einige Limousinen wurden beschädigt. Das US-Militär machte zu dem Vorfall keine Angaben.

Ein britischer Regierungsvertreter äußerte sich unterdessen zu einem Abzug der britischen Truppen aus dem Irak. Es sei durchaus möglich, dass die irakischen Sicherheitskräfte innerhalb von zwei Jahren in der Lage seien, selbst für die Sicherheit im Land zu sorgen, sagte er. Allerdings sei damit zu rechnen, dass weiterhin einige ausländische Soldaten zu Ausbildungszwecken im Land bleiben müssten. Großbritannien hat rund 8000 Soldaten im Irak stationiert. Bisher hat Großbritannien keinen Termin für einen Truppenabzug genannt.
(apa)

2.5.2006 21:35