Dienstag, 2. Mai 2006

Alamierende Zahl in UNICEF-Bericht:
146 Millionen Kinder sind untergewichtig!

  • Bangladesch, Indien & Pakistan ist Hunger am größten
  • Millenniumsentwicklungsziel droht zu scheitern

In den Entwicklungsländern ist mit rund 146 Millionen Kindern über ein Viertel aller Unter-Fünf-Jährigen untergewichtig. Viele davon in einem lebensbedrohlichen Ausmaß. das ist das erschütternde Ergebnis eines Berichts der UNICEF. Diese alarmierende Zahl sei allerdings nur "die Spitze eines Eisberges", warnte das Hilfswerk der UNO.

Der UNICEF-Report stellt fest, dass sich der Anteil der untergewichtigen Unter-Fünf-Jährigen seit 1990 nur geringfügig verringert hat. Laut UNICEF ein Beweis dafür, dass die Welt hier "versagt hat". Für jedes Kind, das offensichtlich unterernährt ist, gebe es viele mehr, die den Kampf im Verborgenen gegen die Nahrungskrise führen. Viele leiden an schwerem Vitamin und Mineralstoffmangel.

Ursachen für Unterernährung sind Armut, fehlende Bildung und soziale Benachteiligungen. Notfälle wie Dürre, Hungersnot, Krieg und Krankheiten wie Aids haben zusätzlich drastische Auswirkungen auf die Ernährung von Kindern.

Das Millenniumsentwicklungsziel, extreme Armut und Hunger bis zum Jahr 2015 zu halbieren, droht bereits jetzt zu scheitern. Es gibt zwar der UNICEF zufolge Fortschritte, aber insgesamt sind die durchschnittlichen Raten von untergewichtigen Kindern in Entwicklungsländern in den vergangenen 15 Jahren nur um rund fünf Prozent gesunken.

Mit Lateinamerika und der Karibik, sowie Ostasien und der Pazifikregion sind nur zwei Regionen auf dem Weg, das Millenniumsentwicklungsziel zu erreichen. In Bangladesch, Indien und Pakistan lebt hingegen die Hälfte aller untergewichtigen Kinder der Welt. Im Gegenzug dazu: In einigen europäischen Ländern ist die Fettleibigkeit von Kindern bereits zu einem ernsthaften Problem geworden. (apa/red)

2.5.2006 12:45