Dienstag, 2. Mai 2006

Diplomatischer Affront: Bush verweigerte Treffen mit Norwegens Premier Stoltenberg

  • US-Präsident "auf lange Sicht nicht verfügbar"
  • USA- & Israel-kritische Außenpolitik angeblich Grund

US-Präsident George W. Bush hat ein Treffen mit Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg verweigert. Das berichtete der norwegische Rundfunk NRK in einer Frühsendung am Dienstag. Das Büro des norwegischen Regierungschefs soll auf eine entsprechende Anfrage Stoltenbergs die Antwort erhalten haben, Bush sei "auf lange Sicht nicht verfügbar".

Grund für den diplomatischen Affront soll die Außenpolitik der im vergangenen August gewählten rot-grünen Regierung in Oslo sein. NRK nannte unter anderem den Rückzug norwegischer Offiziere aus dem Irak, die stärkere Ausrichtung Norwegens auf die Teilnahme an UNO-geführten Einsätzen sowie die vergleichsweise Israel-kritische Nahost-Politik des skandinavischen Landes als Ursachen für die kalte Schulter im Weißen Haus.

Norwegen sei bisher im engsten Kreis der Verbündeten der USA gewesen, dies habe sich in letzter Zeit jedoch geändert, sagte die Politologin und ehemalige Außen-Staatssekretärin Janne Haaland Matlary, die sich auf Kontakte in Washington und in der NATO berief.

(apa/red)

2.5.2006 09:43