Kosovo-Gespräche: Serben kommen mit neuen, geheimen Forderungen nach Wien
- Belgrad fordert Bildung neuer serbischer Gemeinden
- Bisher vor allem Differenzen Belgrad-Pristina bestätigt
Die Wiener Gespräche über die Dezentralisierung im Kosovo gehen in die vierte Runde. Pristina und Belgrad verhandeln über die Bildung neuer Gemeinden in der seit 1999 von der UNO verwalteten südserbischen Provinz. In dieser Frage haben die beiden Seiten völlig unterschiedliche Ansichten: Pristina will laut Medienberichten etwa drei bis vier neuen Gemeinden zustimmen, Belgrad setzt sich dagegen für eine weit höhere Zahl von Gemeinden mit serbischer Mehrheitsbevölkerung ein.
Laut Belgrader Medien werde das serbische Verhandlerteam mit neuen Forderungen nach Wien reisen. Diese Liste sei noch "geheim, enthält aber weit mehr, als die Albaner zu geben bereit sind", berichtete der Belgrader Sender B-92. Spekulationen, dass Belgrad 25 serbische Gemeinden im Kosovo fordern werde, wurden dementiert. In früheren Medienberichten war von zehn bis 16 neuen serbischen Gemeinden im Kosovo die Rede gewesen.
Differenzen bestätigt
Bei den bisherigen Treffen in Wien gab es zwar in einigen Punkten Übereinstimmung, jedoch keine konkreten Ergebnisse. Zudem wurden in vielen Fragen die großen Differenzen zwischen Belgrad und Pristina bestätigt. Während Pristina vehement in die Unabhängigkeit drängt, ist Belgrad dagegen und bietet eine weit gehende Autonomie.
Die Belgrader Delegation wird bei der vierten Gesprächsrunde - wie bei den bisherigen Treffen - von Leon Kojen und Slobodan Samardzic, den Beratern von Präsident Boris Tadic bzw. Premier Vojislav Kostunica, geleitet. An der Spitze des albanischen Teams soll wieder Lutfi Haziri, Minister für Lokalverwaltung, stehen.
(APA/red)
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