'Tag der Einwanderer' in USA: Immigranten machen auf ihre Bedeutung aufmerksam
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Der Aufruf zu Boykott und Demonstrationen gegen eine Verschärfung der amerikanischen Einwanderungsgesetze hat in den USA mehr als eine Million Menschen auf die Straße gebracht. In Los Angeles ging am Montagabend (Ortszeit) eine der größten Kundgebungen mit mehr als 400.000 Teilnehmern friedlich zu Ende. In der Früh hatten bereits 250.000 Menschen die Innenstadt lahm gelegt. In mehr als 50 Städten gingen insgesamt Hunderttausende auf die Straße, darunter allein 300.000 in Chicago.
Die Demonstranten, überwiegend Einwanderer aus Mittel- und Südamerika, protestierten damit gegen die geplante Verschärfung der Einwanderungsgesetze. Das Repräsentantenhaus will Illegale wie Straftäter behandeln und deportieren. Der Senat berät noch.
Viele Republikaner fordern ein hartes Durchgreifen gegen die schätzungsweise elf Millionen Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigungen. Präsident George W. Bush setzt sich dagegen für ein Gastarbeiterprogramm ein, das den Illegalen die Chance auf Einbürgerung in Aussicht stellt.
Die Veranstalter des "Tags ohne Einwanderer" hatten zu einem Kauf- und Arbeitsboykott aufgerufen, um die wirtschaftliche Macht der Einwanderer zu demonstrieren. Viele von Einwanderern betriebene Restaurants und Geschäfte blieben geschlossen, manche Firmen und Fabriken hörten früher auf, um Mitarbeitern die Gelegenheit zur Teilnahme an den Demonstrationen zu geben. Ökonomen konnten den wirtschaftlichen Schaden zunächst aber nicht abschätzen.
Von den elf Millionen Ausländern ohne gültige Papiere gehen nach Schätzungen des Pew Hispanic Center in Washington 7,2 Millionen einer Arbeit nach, vor allem in der Landwirtschaft und im Baugewerbe. Das entspricht rund 4,9 Prozent der gesamten arbeitenden Bevölkerung. Die Menschen verdienen allerdings wenig und haben keine Rechte. Viele sind nicht krankenversichert.
(apa/red)
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