Mittwoch, 3. Mai 2006

Bawag hat weitere Immobilien in Wien: In Wohnungen logieren Refco & Elsner-Familie

  • Bank kaufte bei Wlaschek zu günstigsten Konditionen
  • Auch BAWAG-Vorstand Herbert Legradi in Bank-Haus

Die BAWAG besitzt unter anderem ein Haus in der Wollzeile 20-22, also in bester Wiener Innenstadtlage. Das besondere an der Immobilie laut "Insider": Gekauft wurde es erst kürzlich von Immobilientycoon und Billa-Gründer Karl Wlaschek - zum Preis von rund 8,2 Mio. Euro. Bei einer öffentlichen Ausschreibung, versichert ein Immobilienexperte, wären "bestimmt neun bis zehn Millionen Euro zu holen" gewesen.

Außerdem lesenswert sei die Mieterliste, die der Tageszeitung "Der Standard" (Donnerstag-Ausgabe) vorliegt: Zu teilweise überaus günstigen Konditionen wohnen auf besagter Adresse ein früherer Bawag- Vorstandsdirektor, Elsners Ex-Frau Ilse oder seine Tochter und passionierte Golferin Marie-Therese Kinsky. Bei zwei Wohnungen taucht darüber hinaus als Mieter das mittlerweile insolvente US-Brokerhaus Refco auf - hauptverantwortlich für die jüngsten Turbulenzen der BAWAG, heißt es im "Standard".

Am weitaus günstigsten eingemietet hat sich in der Wollzeile 22 Gerhard Partik (Jahrgang 1934), der bis 1995 im Vorstand der Noch-Gewerkschaftsbank saß. Als 1995 der frühere BAWAG-Chef Walter Flöttl aus dem Institut ausschied, und Helmut Elsner neuer Bawag-Chef wurde, ging auch BAWAG-Veteran Partik in Pension. Er zahlt laut Zinsliste exakt 69 Cent pro Quadratmeter, was in Summe leistbare 226 Euro für die 329,28 Quadratmeterwohnung im Monat ausmacht.

Am anderen Ende der Miet- Bandbreite - beziehungsweise am realistischeren Ende - angesiedelt, ist die Wohnung von Elsners-Tochter Kinsky. Sie zahlt für eine 270 Quadratmeterwohnung immerhin 1286,24 Euro im Monat, 4,76 Euro pro Quadratmeter.

Ungefähr den halben Quadratmeterpreis muss Elsners Ex-Frau Ilse berappen. 2,51 Euro pro Quadratmeter sind es in ihrem Fall, oder rund 378 Euro für die 150 Quadratmeter große Innenstadtwohnung, schreibt das Blatt.

Ob Top 12 und Top 12a., seit dem Jahr 1999 an Refco vermietet, als Wohnungen oder Büros genutzt werden oder wurden, ist demnach nicht bekannt. 1999 war jedenfalls das Jahr, in dem die BAWAG zehn Prozent an dem späteren Pleite-Unternehmen erworben hat, 2004 wurden die Anteile verkauft. Übrigens: Auch BAWAG-Vorstand Herbert Legradi wohnt in einem Haus aus dem Reich der Gewerkschaftsbank. Adresse: Favoritenstraße 98, so der "Standard".
(apa/red)

3.5.2006 23:23