Österreich schneidet bei Uni-Ranking nicht gut ab: Schlechte Noten für Nawi-Fächer!
- Nur kleine Spezial-Unis schaffen es in Spitzengruppe
- Deutsche, Schweizer & österreichische Unis bewertet
Mit schlechten Noten haben viele österreichische Universitäten beim neuen Hochschul-Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) abgeschnitten, dessen Ergebnisse in der Zeitschrift "Die Zeit" veröffentlicht wurden. Im Mittelpunkt stand heuer ein Vergleich naturwissenschaftlicher Fächer im deutschsprachigen Raum. Die großen österreichischen Unis rangieren bei den wissenschaftlichen Veröffentlichungen und der Gesamt-Studiensituation mit wenigen Ausnahmen in der Schluss- und Mittelgruppe, nur kleine Spezial-Unis schaffen es an die Spitze.
In dem vom deutschen CHE gemeinsam mit der Österreichischen Qualitätssicherungsagentur (AQA) durchgeführten Uni-Vergleich wurden heuer die Fächer Medizin, Zahnmedizin, Informatik, Mathematik, Chemie, Physik, Biologie, Pharmazie, Geografie und Geowissenschaften bewertet. Aus Österreich nahmen zehn Unis daran teil, die Medizin-Unis beteiligten sich auf Grund ihrer Neuorganisation nicht. "Gerankt" wurde nicht nach Plätzen, sondern durch Einordnung in Spitzen-, Mittel- oder Schlussgruppe.
Für einen ersten Vergleich hat die APA zwei von insgesamt mehr als 20 Indikatoren herangezogen: Die Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen je Professor für den Bereich Forschung und die Beurteilung der Studiensituation insgesamt durch die Studierenden für den Bereich Lehre.
Die Universität Wien befindet sich in allen gewerteten Fächern (zum Teil wurden auf Grund zu geringer Antwortzahlen bzw. fehlender Daten ganze Fächer bzw. einzelne Indikatoren nicht gewertet) nur in der Mittel- und Schlussgruppe. Besonders schlecht schaut es in Biologie, Physik und Chemie aus.
Ähnlich das Bild an der Uni Graz, wo Physik und Biologie durchwegs in der Schlussgruppe landeten. In den anderen Fächern schafften es die Grazer zumindest teilweise in die Mittelgruppe.
Die Biologie ist auch an der Uni Innsbruck in Forschung und Studiensituation bei den Schlusslichtern. Die besten Werte gab es für die Pharmazie, wo man bei den wissenschaftlichen Veröffentlichungen sogar in der Spitzengruppe liegt (Studiensituation: Mittelgruppe).
Top-Werte konnten die kleinen Spezial-Unis erreichen: Die Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) zählt sowohl bei Forschung als auch bei der Studiensituation zur Spitzengruppe, die Montan-Uni Leoben bei der Studiensituation. Auch die Technische Universität Graz schaffte es bei der Bewertung der Studenten in den Fächern Technische Mathematik und Physik in die obersten Ränge.
Gegenüber den deutschen Unis können die österreichischen Hochschulen laut AQA hinsichtlich Studienorganisation und Betreuung durch Lehrende punkten. Dagegen werde der Arbeitsmarkt- und Praxisbezug im Vergleich zu den deutschen Unis schlechter bewertet. Nachholbedarf gebe es in den meisten erhobenen Fachbereichen bei der IT-Infrastruktur in der Lehre.
Hinsichtlich der "Gestaltung der Lehre" und "Studiensituation" schafften es laut AQA die Biologie an der VUW und der Uni Salzburg, die Pharmazie in Innsbruck, Geographie an den Unis Graz und Innsbruck, Geowissenschaften in Leoben, Informatik in Klagenfurt und der TU Graz sowie Mathematik und Physik an der TU Graz in das internationale Spitzenfeld. Bei den Forschungsleistungen verweist die AQA auf Spitzenwerte bei Drittmitteln für die Forschung und wissenschaftlichen Publikationen an den Unis Linz, Innsbruck und TU Graz im Bereich Informatik. (apa)
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