Dienstag, 2. Mai 2006

Causa "Arschlecker" und "Würschtl" endete
im Vergleich: Muliar und Seledec einigen sich

  • Schauspieler entschuldigt sich bei FP-Publikumsrat
  • Klage wegen übler Nachrede zurückgezogen

Die Causa Muliar-Seledec ist am Dienstag mit einem Vergleich der beiden Streitparteien zu Ende gegangen: Der zentrale Chefredakteur des ORF, Walter Seledec, hatte Schauspieler Fritz Muliar wegen übler Nachrede geklagt, nachdem dieser im ORF-Publikumsrat Seledec mit den Wörtern "Würschtl" und "Arschlecker der damaligen Zeit" bedacht hatte. Nun wurde vereinbart, dass sich Muliar in zwei österreichischen Printmedien und via Brief an ORF-Generaldirektorin Monika Lindner entschuldigt. Die Klage wird im Gegenzug fallen gelassen, sagte die zuständige Richterin Brigitte Zeilinger auf Anfrage der APA.

Seledec hatte im November mit seiner Teilnahme an einer Kranzniederlegung am Grab des NS-Luftwaffenoffiziers Walter Nowotny und davor mit der Unterzeichnung einer FPÖ-Parte zum Tode des früheren FP-Chefs Friedrich Peter für Aufregung gesorgt. Im November hatte der ORF eine interne Kommission eingesetzt, um "das inkriminierte Verhalten nach rechtsstaatlichen Grundsätzen und umfassend zu beurteilen", hieß es damals aus dem Sender.

Die Causa Seledec kam am 5. Dezember 2005 bei einer Sitzung des ORF-Publikumsrats, der auch Muliar beiwohnte, zur Sprache. Nach Äußerungen von Georg Weißmann, Vorsitzender der besagten Kommission und auch des Publikumrates, unter anderem über das Thema Widerstand, sagte Muliar laut einem bei der Sitzung mitgeschnittenen Tonband, das am Freitag bei der Verhandlung als Beweis vorgespielt wurde: "Es ist so traurig, dass diese Debatte Widerstand, KZ (....), dass das zusammengemischt wird mit einer Debatte über ein Würschtl. Der Herr Seledec ist ein Würschtl." Er, Muliar, kenne den jetzigen zentralen Chefredakteur bereits aus Zeiten der Diskussionssendung "Club 2". Zitat aus dem Tonband: "(...) Jetzt kommt dieses Würschtl, dieser Arschlecker der damaligen Zeit (...)".

(apa)

2.5.2006 12:54