Österreichs Tunnel sind die sichersten: Heimische Röhren gewinnen den Euro-Test
- ÖAMTC: Alle Objekte mit positiven Noten beurteilt
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Gemessen an seinen Straßentunnels ist Österreich das sicherste Land in Europa. Beim bisher achten Test hat der ÖAMTC 52 Röhren in 14 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Jeder vierte Kandidat fiel dabei durch. Die sieben überprüften Strecken in Österreich wurden alle positiv bewertet.
Mit der Note "Ausreichend" ist das Testergebnis des Bruckertunnels auf der Semmering Schnellstraße (S6) "gerade noch" positiv ausgefallen. Die Strecke sei zu finster und schmutzig und selbst die LED-Beleuchtung an den Gehsteigen fehle, kritisierte der Autofahrerclub.
Das Urteil "Gut" wurde dem Oswaldibergtunnel erteilt. Laut ÖAMTC sind die Notausgänge mit 700 Metern zu weit entfernt. Die Röhre verfüge über keine Deckenöffnungen durch die Rauch entweichen kann. Der nur zehn Jahre alte Ehrentalerbergtunnel erhielt ebenfalls die Note "Gut". Die Umfahrung von Klagenfurt war zu wenig beleuchtet und hatte zu dunkle Seitenwände.
Österreichs "Aushängeschild" ist der Bindermichl in Linz mit der Note "Sehr gut". Ausgestattet mit Flucht- und Rettungswegen im Abstand von 150 Metern, lückenloser Videoüberwachung, durchgehendem Verkehrsfunk und automatischer Erfassung von Störungen zählt er zu den Siegertunnels in Europa.
Allerdings wird das Durchfahrtsrisiko durch die hohe Verkehrsbelastung mit über 85.000 Fahrzeugen pro Tag als mittelhoch eingestuft, hieß es. Diesem Problem soll eine Verkehrsbeeinflussungsanlage bald Abhilfe schaffen.
Der Ofenauer- und der Hieflertunnel auf der Tauern Autobahn (A10) im Salzachtal sowie der Waldertunnel auf der Pyhrnroute wurden ebenfalls mit "Sehr gut" bewertet.
Der letztplatzierte Tunnel befindet sich in Italien, der Segesta auf der A29 bei Calatafimi. Die 30 Jahre alte Röhre entspreche keinerlei Sicherheitsanforderungen und in den vergangenen Jahren habe kein einziges "Lifting" stattgefunden. Der sicherste Tunnel in Europa ist der spanische M-12 auf dem Zubringer zum Madrider Flughafen Barajas (M12).
Tipps für mehr Sicherheit bei Tunnelfahrten
Für die Fahrt im Tunnel gilt: Sonnenbrille abnehmen und im Radio einen Sender mit Verkehrsfunk einstellen, so der ÖAMTC. Weiters sollte ein großer Sicherheitsabstand zum Vordermann und die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit eingehalten werde. Niemals wenden oder rückwärts fahren und nur im Notfall anhalten, warnte der Autofahrerclub.
Bei Autopannen oder Unfällen sei es wichtig, die Nerven zu bewahren, erklärte ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke. Daher gilt Warnblinker einschalten und das Fahrzeug möglichst nah am rechten Fahrbahnrand - in eine Pannenbucht oder auf dem Standstreifen - abstellen. Das Auto sollte nur mit Warnweste verlassen werden.
Für die Verständigung der Rettungskräfte empfiehlt Matzke die Verwendung der Notruftelefone. Diese seien die einzig sichere Verbindung in die Tunnelzentrale, stellte der Experte fest. Das Personal dort weiß bei einem Anruf sofort wo es ein Problem gibt und kann den betroffenen Bereich auch über eine Kamera beobachten.
Bei Notrufen mit dem Handy könne die Position im Tunnel oft nicht genau beschrieben werden, so Matzke. Die Kapazität der Handyleitungen in der Röhre sei außerdem begrenzt und bei Überlastungen bricht die Verbindung zusammen. Notruftelefone verfügen auch über Druckknöpfe für "Brand" oder "Panne", mit denen beispielsweise geschockte Personen, die nicht mehr in der Lage sind zu telefonieren, Hilfe holen können.
Wenn Feuer ausbricht, sollte man versuchen, noch aus dem Tunnel zu fahren, rät Matzke. "Niemals aber wenden oder rückwärts fahren." Ist eine Ausfahrt nicht mehr möglich muss das Auto abgestellt werden. Bei einem Fahrzeugbrand empfiehlt er Löschversuche nur im Anfangsstadium zu unternehmen. (apa/red)
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