Freitag, 28. April 2006

Mit Designer-Schlafsack ins Luxuszelt: Campingplätze für verwöhnte Großstädter

  • Mosaike, Heizung und Flötenmusik auf den Toiletten
  • Kate Moss und Jamie Oliver sind begeisterte Camper

Campen im Zelt ist anstrengend. Kein Strom, kein fließendes Wasser, und das Klo ist irgendwo. Der durchschnittliche Urlauber versucht gerne, sich solche Unannehmlichkeiten zu ersparen. Campen kann aber auch ganz anders ablaufen, denn ein neuer Trend bringt puren Luxus in die Zeltstädte.

Nobelcampingplätze mit extrem teuren Zelten zum Mieten sind der letzte Schrei in Großbritannien. Deshalb verzeichnen für die neue Saison Outdoor-Läden vor allem in Großstädten eine deutlich gestiegene Anfrage nach Camping-Utensilien. Doch nicht dünne Iso-Matten werden gekauft, sondern selbstaufblasbare Luftmatratzen, Daunendecken und Designer-Schlafsäcke.

Keine feuchten Zelte mehr
"Das neue Camping ist so ganz anders als das althergebrachte Szenario mit feuchten Zeltplanen und dreckigen Gemeinschaftstoiletten", sagt Jonathan Knight, der Herausgeber des Buches "Cool Camping". "Die Invasion der Topdesigner in den Markt hat Stil in das traditionelle Zeltwochenende gebracht."

Moss, Wild und Oliver campen
Vor allem Großstädter haben das Camping wiederentdeckt. "Immer mehr Menschen leben in Häusern ohne Garten, da bietet Camping die ideale Alternative", sagt Knight. Nur auf den gewohnten Lebensstandard will niemand verzichten. Diesen Trend hätten die Designer erkannt. Unterstützt wird das alles noch dadurch, dass sich auch Promis inzwischen offen zum Camping bekennen. Ob Starmodel Kate Moss, Sängerin Kim Wilde oder Kochrebell Jamie Oliver; sie alle ziehen in ihrer Freizeit gern ins Zelt.

Leben in der Jurte
Dieses muss natürlich auch eine gewisse Exklusivität besitzen. Besonders beliebt ist derzeit die Jurte, die einem mongolischen Rundzelt nachempfunden ist. Drinnen gibt es dann vom Kühlschrank bis zur Stereoanlage alles, was das luxusverwöhnte Großstadtherz begehrt.

Flötenmusik am Klo
Es muss aber nicht nur das Zelt selbst, sondern auch der gesamte Campingplatz aufgerüstet werden. Zwar gibt es laut Knight quer durchs Land noch immer Plätze direkt an lauten Autobahnen mit dreckigen Toiletten und ebensolchen Bars. Aber es gibt eben auch das Gegenteil. So bietet etwa der Campingplatz "Ayr Holiday Park" in St Ives in Cornwall auf den Toiletten Mosaikfußböden, Heizung und Flötenmusik. (apa/red)

28.4.2006 12:38