Freitag, 28. April 2006

Luxus-Appartements am Wiener Kahlen- berg sorgen jetzt für allgemeine Aufregung

  • Grünen-Kritik: Schönste View Wiens wird verkauft
  • Projektbetreiber: Ist gängiges Finanzierungsmodell

Aufregung um das Bauprojekt am Wiener Kahlenberg: Laut den Wiener Grünen entstehen dort Luxus-Eigentumswohnungen, was nach Ansicht von Planungssprecherin Sabine Gretner nicht mit der geplanten "halböffentlichen" Nutzung als Hotel in Einklang zu bringen ist. "Der schönste Ausblick Wiens wird verkauft", kritisierte sie am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Projektbetreiber Leopold Wieninger sieht das nicht so - er spricht von einem "gängigen Finanzierungsmodell".

Noch im Jahr 2006 soll jener imposante Neubau am Kahlenberg fertig gestellt werden, der als "Hotelprojekt" bekannt geworden ist. Laut Grün-Politikerin Gretner werden in dem Gebäude aber nicht einmal die Hälfte der Räume Hotelzimmer sein. Der größte Teil soll demnach Luxuswohnungen enthalten, für die bereits über eine Maklerfirma Käufer gesucht werden.

Preise von 300.000 bis zu mehr als 2 Mio. Euro
Auf einer von den Grünen präsentierten Liste der Objekte reichen die Preise von rund 300.000 bis zu mehr als 2 Mio. Euro. Die Top-Wohnungen haben mehr als 300 Quadratmeter Wohnfläche. Auch auf große Terrassen müssen die Käufer nicht verzichten.

Appartements statt Hotel
"Das ganze findet im Landschaftsschutzgebiet statt, und zwar unter Vortäuschung, dass ein Hotel geplant ist", sagte Gretner. Die Stadt sei möglicherweise falsch informiert worden, so ihre Vermutung. Projektbetreiber Leopold Wieninger wies die Vorwürfe im Gespräch mit der APA zurück. Es werden demnach keine "Luxus-Eigentumswohnungen", sondern Appartements für "temporäres Wohnen" errichtet. Die Objekte werden laut Wieninger an Investoren verkauft - und von diesen an den zukünftigen Hotelbetreiber weitervermietet. Eine solche Vorgehensweise sei bei touristischen Projekten durchaus üblich: "Wo ist da der Skandal?"

Käufer darf in Appartements wohnen
Der Käufer könne aber auch in den Appartements wohnen, das sei sehr wohl gestattet. Die Einheiten seien jedoch kleiner als von den Grünen behauptet. Laut Wieninger umfassen die teureren Objekte nämlich mehrere Appartements. Die Erlöse aus den Verkäufen will Wieninger nicht nur zur Finanzierung des Hotels heranziehen, sondern auch für den Bau einer neuen Aussichtsterrasse und für die Revitalisierung des Kahlenberg-Restaurants. Dies seien sehr wohl öffentliche Flächen, betonte er. (apa/red)


28.4.2006 12:30