Montag, 15. Mai 2006

Hier ist der Name Programm: Pearl Jam setzen sich mit neuem Album ein Denkmal

  • "Pearl Jam": Fetziger Sound mit ruhigem Ausklang
  • Ende September spielt die Formation auch in Wien

Es sei nicht leicht gewesen, all die vielen Ideen zu Songs zu verarbeiten, meint Eddie Vedder, Sänger der US-Gruppe Pearl Jam. Fast vier Jahre nach dem letzten Studioalbum "Riot Act" bringt die Formation nun aber doch eine neue, schlicht "Pearl Jam" (Sony BMG) betitelte Platte heraus. Aufgenommen wurden die 13 Tracks in Seattle. Am 25. September spielen Pearl Jam in der Wiener Stadthalle.

Produziert wurde die aktuelle CD von Adam Kasper (u.a. Soundgarden), der schon am Vorgänger mitgearbeitet hat. Der Sound ist wieder rockiger geworden, gleich zu Beginn prägen schwere Riffs die Lieder. Durchaus kommerzielle Ansprüche stellt die erste Single-Auskopplung "World Wide Suicide", ein geradliniger Rocksong mit viel Melodie. Pearl Jam nehmen wiederholt Anleihen bei großen Vorbildern wie Led Zeppelin ("Marker In The Sand").

Auch wenn sie als Grunge-Pioniere begonnen haben, klingen Vedder und Co. anno 2006 überhaupt nicht wie Relikte einer kurzfristig fast revolutionären Stilrichtung. Auch jene Phase der Band, in der man mit Fans, Medien und allen Regeln des Musikgeschäftes brechen wollte, scheint vorbei zu sein. Angeblich wollen die Musiker sogar viele Interviews geben, ist aus Branchenkreisen zu hören.

Nach fetzigen zwei Dritteln folgt auf "Pearl Jam" ein ruhigerer Ausklang mit Ausflügen in den Pop. Banal sind die Kompositionen aber nie, selbst eine opulente Ballade wie "Come Back" (vorletztes Stück) hat Qualitäten - in diesem Fall kommt schönes Blues-Feeling auf, selbst ein "klassisches" Gitarrensolo hat Platz und Berechtigung. Neues erfinden Pearl Jam allerdings nicht, auch vor Selbstzitaten scheint man nach nun acht Studiowerken nicht gefeit, was Fans dennoch kaum stören wird. (apa/red)

15.5.2006 09:06
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