Ab 2007: Strabag soll an der Wiener Börse notieren - Zweitlisting im Ausland möglich
- Wiener Börse für Haselsteiner ideal für Ostgeschäfte
- Zukunft der deutschen Tochter bleibt weiter fraglich
Die österreichische Strabag SE von Hans Peter Haselsteiner wird ab 2007 an die Wiener Börse gehen. Der definitive Beschluss über das IPO soll im heurigen Herbst gefasst werden, möglich sei auch ein Zweitlisting an einer ausländischen Börse, sagte der Chef des früher als Bauholding Strabag firmierenden Konzerns in Wien. 2005 setzte der Konzern mit 44.500 Beschäftigten 9,32 Mrd. Euro um, für heuer werden rund 10 Mrd. Euro angepeilt.
Mittelfristig sollen sich die beiden Strabag-Hälfte-Eigentümer - Haselsteiner-Familie sowie Raiffeisen - von ihren derzeit 100 Prozent auf jedenfalls unter 50 Prozent zurückziehen, vielleicht sogar auf 40 Prozent, wünscht sich der Vorstandschef: "Wir werden uns zu einer Minderheiten-Rolle bekennen, weil das zu einem modernen Börsenstandard gehört. Die Börsen wollen keinen Mehrheitseigentümer." Er und Raiffeisen wollten aber weiterhin Kernaktionäre bleiben.
Von Überlegungen, die Strabag Societas Europaea mit ihrer Erstnotiz an eine ausländische - etwa die Frankfurter - Börse zu bringen, habe man wieder Abstand genommen, sagte Haselsteiner, da sich die Wiener Börse mittlerweile hervorragend als Segment-Börse für ost-orientierte Unternehmen entwickelt habe.
Zukunft der deutschen Tochter fraglich
Wie es mit der deutschen Tochter Strabag AG (Köln) weitergeht, ist offen. Den 34 Prozent Streubesitz-Aktionären hatte man im Jänner einen Beherrschungsvertrag der österreichischen Konzernmutter Strabag SE samt Abfindung in Aussicht gestellt, Anfang April folgte mit dem Plan des Börsegangs der Mutter die Kehrtwendung.
Konzern-Chef Hans Peter Haselsteiner sagte im Bilanzpressegespräch in Wien, es gebe für die deutsche Strabag drei Optionen: Gegebenenfalls könne sie trotz des IPO der Strabag SE weiter an der Börse belassen werden, gegebenenfalls könnte es an den Streubesitz der Strabag AG Köln ein Übernahmeoffert im Tausch gegen Strabag-SE-Aktien geben, drittens sei eine Verschmelzung möglich.
Für eine Verschmelzung über die Grenze, die er "gerne machen" würde und die die erste ihrer Art in Europa wäre, gebe es aber eine Reihe von Hindernissen, bedauerte Haselsteiner. Dies seien vor allem steuerrechtliche Hindernisse, zuständig seien die Nationalstaaten.
Kleinaktionäre müssen warten
Kritik deutscher Aktionärsschutz-Verbände an der überraschenden Kehrtwendung gegenüber dem Streubesitz der Strabag AG Köln, die deswegen sogar die Einberufung einer ao HV gefordert haben, kann Haselsteiner nicht nachvollziehen. Die Aktionäre hätten durch eine Verfünffachung des Aktienkurses profitiert. Nach der IPO-Ankündigung Anfang April sei der Kurs nur marginal zurückgegangen. In Wien einen Börsegang zu machen und woanders Aktionäre abzufinden, wäre nicht sinnvoll. Die Kleinaktionäre müssten sich noch bis Herbst gedulden, wie es mit der Börsenotierung der deutschen Strabag weitergehe.
Die neue Strabag-SE-Konzernstruktur soll ab der Hauptversammlung am 3. Juli gelten. Dabei geht die bisher vorgeschaltete FIMAG Finanz Industrie Management AG (Haselsteiner 50 Prozent plus eine Aktie, der Rest Raiffeisen) in der Obergesellschaft auf, ebenso die als Maut-Vehikel gedachte A-Way, die nie ohne Strabag-Sicherheiten agieren konnte. Im Zentrum stünden künftig die drei Divisionen "Hoch- und Tiefbau", "Straßenbau" und "Dienstleistungen" sowie die vier Hauptmarken Dywidag, Heilit+Woerner, Strabag und Züblin.
Osteuropa als Stütze
Von den 9,32 Mrd. Euro Bauleistung des Konzerns entfielen im Vorjahr 3,52 Mrd. Euro auf Deutschland und 1,92 Mrd. Euro auf Österreich, heuer sollen es 4 bzw. 2 Mrd. Euro werden. Die Ergebnisbeiträge aus Deutschland seien im Vorjahr "bescheiden, aber positiv" gewesen, so Haselsteiner, in Österreich zufriedenstellend; zwei Drittel der Ergebnisse seien aus den anderen Regionen gekommen, vornehmlich Osteuropa. Das EBITDA steigerte der FIMAG/Strabag-SE-Konzern 2005 um 11 Prozent auf 334 Mio. Euro, das EBIT um 64 Prozent auf 156 Mio. Euro und das EBT um 48 Prozent auf 135 Mio. Euro. Das Eigenkapital legte absolut von 802 auf 905 Mio. Euro zu, die Eigenkapital-Quote sank von 22 auf 18 Prozent.
Im Straßenbau wurden 4,17 der 9,32 Mrd. Euro Bauleistung erzielt, auf den Hochbau entfielen 3,29 Mrd. Euro. Bei Expansionen eile üblicherweise der Straßenbau voran, sagte Haselsteiner, in Zeiten langsamer Expansion hole der Hochbau auf. Im Straßenbau zählte man im Vorjahr knapp 22.000 Mitarbeiter, im Hochbau an die 13.000. Nach Regionen entfiel das Gros mit 14.700 auf Deutschland, dort sei der Job-Abbau praktisch abgeschlossen, gefolgt von 9.700 in Österreich.
(APA/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba14:02
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"

