Erster Sieg nach zuletzt drei Niederlagen in Folge: Rapids 2:0 vs GAK 1. Schritt aus Krise?
- Für Trainer Georg Zellhofer war Sieg "eine Erlösung"
- GAK sportlich und finanziell weiter in der Krise
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Österreichs entthronter Fußball-Meister SK Rapid hat am Samstag mit einem 2:0-Heimsieg gegen den ebenfalls schwächelnden Vizemeister GAK einen ersten Schritt aus der sportlichen Krise getan. Ausgerechnet nach einer Woche voller Diskussionen um Trainer Georg Zellhofer und Gesprächen des Spielerrates mit Sportdirektor Peter Schöttel holten die Wiener zum großen Befreiungsschlag aus, landeten den ersten Sieg nach zuletzt drei Niederlagen in Folge.
"Wir waren schlecht, aber das ist jetzt vorbei", sagte Axel Lawaree, der den Rapid-Sieg mit einem sehenswerten Kopftor zum 2:0 besiegelt hatte. "Die Trainerdiskussion ist auch vorbei. Wir haben ehrlich geredet, aber jetzt bereiten wir uns auf die nächste Saison vor." Mit Zellhofer. Die Krisensitzungen von unter der Woche seien äußerst konstruktiv verlaufen. "Es war schon eine Reaktion der Mannschaft auf die Kritik der letzten Wochen", meinte der Rapid-Trainer.
Nach dem Lawaree-Treffer waren alle Rapid-Spieler - inklusive Torhüter Helge Payer - über den gesamten Platz zu Zellhofer gelaufen um Einheit zu demonstrieren. "Das Tor hat extrem befreiend gewirkt. Es war wie eine Erlösung", erklärte Zellhofer. "In so einer Situation hilft dir nur ein Sieg", ergänzte Payer. Der Rapid-Kapitän gewann der sportlichen Krise sogar etwas Positives ab: "Eine Mannschaft findet sich im Misserfolg. Wir sind zusammengewachsen."
Zellhofer hatte gegen den GAK nominell die offensivste Rapid-Elf in seiner Ära aufgeboten und damit ein ähnliches System spielen lassen, mit dem sein ebenfalls im Stadion anwesender Vorgänger Josef Hickersberger die Hütteldorfer im Vorjahr zum 31. Meistertitel geführt hatte. "Das war die Flucht nach vorne", meinte Zellhofer, stieg aber auf die Euphoriebremse: "Das war nur ein erster Schritt in die richtige Richtung." Für die Mannschaft seien die vergangenen Wochen eine Lernphase gewesen, für ihn selbst ebenfalls eine neue Situation.
Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hatte Zellhofer erst am Vortag des GAK-Spiels den Rücken gestärkt. "Es ist nicht selbstverständlich, dass die Führung den Trainer nie in Frage gestellt hat", erinnerte Sportdirektor Schöttel. Beim im Frühjahr inferioren GAK, der noch dazu am finanziellen Hungertuch nagt, steht Trainer Lars Söndergaard zur Diskussion, wenngleich derselbe nach der dritten Niederlage in Folge meinte: "Heute war die Leistung so, dass man den Trainer nicht in Frage stellen muss."
Sportdirektor Peter Svetits machte dem Dänen ebenfalls keinen Vorwurf, sondern holte zu einem Rundumschlag gegen seine Vorgänger und Ex-Trainer Walter Schachner aus. "Die Einkaufspolitik der letzten drei Jahre war eine Katastrophe. Da kann auch Söndergaard wenig dafür", erklärte der ehemalige Austria-Sportchef. Die Personalkosten seien parallel dazu explodiert - mit ein Grund, warum die Grazer wie der Stadtrivale Sturm und die Admira in erster Instanz ohne Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison dastehen.
(apa/red)
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