Samstag, 29. April 2006

0:2 bei Rapid Wien: Luft für GAK-Coach Lars Söndergaard wird nach Pleite immer dünner

  • Valachovic & Lawaree sichern 5. Platz für Wiener ab
  • Trotz 2:1 vs. Pasching: Admira ist fast fix Absteiger

Rapid feierte im Kampf um Platz fünf dank einer Leistungssteigerung nach der Pause vor 9.800 Zuschauern einen verdienten 2:0-Heimsieg über den GAK. Die Treffer für die Hütteldorfer erzielten Jozef Valachovic (57.) und Axel Lawaree (60.). Ried verpasst durch das 2:2 gegen Mattersburg den Anschluss an Platz 3, obwohl Pasching bei der Admira 1:2 verliert.

Das Duell der beiden schlechtesten Frühjahrsmannschaften hielt in Hälfte eins, was es versprochen hatte - Chancen waren absolute Mangelware. Die schlechten Bodenverhältnisse im Hanappi-Stadion, die durch den Dauerregen noch verschärft wurden, taten ein Übriges.

Die Rapidler fanden vor der Pause wie die Grazer nur eine einzige gute Möglichkeit vor: Nach Vorarbeit von Bazina, der erstmals gegen seinen Ex-Verein spielte, und Katzer schoss Lawaree mitten aufs Tor (27.). Auf der Gegenseite hatte Hassler nach einer Standfest-Flanke eine Riesenchance aus kurzer Distanz. Doch Rapid-Schlussmann Payer wehrte den Kopfball der einzigen GAK-Spitze mit einer Glanzparade ab (34.).

"15 Minuten Schweigen" bei Rapid-Fans
Die erste Viertelstunde herrschte zudem ungewöhnliche Stille unter den Rapid-Fans. Grund dafür war die Protestaktion "15 Minuten Schweigen, um pure Enttäuschung zu zeigen", wie auf einem Transparent der Anhänger auf der Westtribüne zu lesen war.

Nach dem Wechsel war die Enttäuschung dann aber weg, denn die Hausherren kamen wie ausgewechselt aus der Kabine und dominierten klar. Zunächst verhinderte aber vor den Augen von ÖFB-Teamchef und Ex-Rapid-Trainer Josef Hickersberger das Torgebälk die Führung der Hütteldorfer. Nach einem Martinez-Freistoß und anschließenden Kopfball von Valachovic ging der Ball an die Stange, sprang von dort an die Schulter von GAK-Goalie Schranz und von dieser dann an die Latte - eine echte Billardszene (63.).

"Zufallstor" führt zum 1:0
Vier Minuten später durften die Gastgeber aber jubeln, wobei das 1:0 unter die Rubrik "Zufallstor" fiel: Nach einem Freistoß von Martin Hiden landete die zu kurze Abwehr von Schranz vor den Füßen von Martinez, dessen Torschuss aber so sehr "abriss", dass er zu einem Ideal-Querpass für den am langen Eck lauernden Valachovic wurde, der aus kurzer Distanz einnetzte. Wenig später erhöhte Lawaree nach einer Kincl-Flanke mittels (Hinter-)Kopfball auf 2:0, womit die Partie entschieden war.

Der dritte Rapid-Sieg im Frühjahr (bei zwei Remis und sieben Niederlagen) hätte aber sogar noch höher ausfallen können, so zeichnete sich Schranz etwa bei einem Lawaree-Freistoß aus (73.). Mit nur neun Treffern bleibt das Zellhofer-Team aber weiter die torschwächste Mannschaft der Rückrunde. Für den GAK war es die bereits neunte Niederlage nach der Winterpause im 13. Match (bei je zwei Siegen und Remis), damit sind die Grazer weiter die schlechteste Frühjahrsmannschaft.

Admira steht quasi als Absteiger fest
Die Admira ist (sportlich) trotz des 2:1-Heimsieges gegen Pasching praktisch abgestiegen. Die Admiraner müssen, falls nicht wieder "höhere Kräfte" (z.B. Lizenz) dies verhindern, wohl zum zweiten Mal in ihrer Bundesliga-Zeit und zum ersten Mal nach 1998 in die zweite Leistungsstufe absteigen.

Die Oberösterreicher, erstmals in der Liga unter Didi Constantini (nach acht Spielen mit fünf Siegen, drei Remis) geschlagen, erlitten ihrerseits im Kampf um den UEFA-Cup-Platz drei einen leichten Dämpfer, schmolz ihr Vorsprung doch auf Ried auf drei Zähler, zwei Runden sind noch zu spielen. Der junge Erwin Hoffer war schon vor der Pause zweifacher Torschütze zum sechsten Admira-Sieg im Frühjahr, Gilewicz hatte die Gäste in der 10. Minute gegen die mit einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft angetretenen Gastgeber in Führung geschossen.

Führungstreffer bereits in der 10. Minute
Ein Pressball zwischen Chiquinho und Flögel beförderte das Leder zu dem wohl hauchdünn im Abseits lauernden Gilewicz, der aus zehn Metern platziert und unhaltbar einschoss (10.). Die Führung dauerte bis zur 35. Minute, dann glichen die Hausherren etwas kurios aus: Baur beförderte eine weite Bjelica-Vorlage mit dem Kopf Wagner vor die Füsse, dessen Heber den Kopf von Hoffer traf und von dort unhaltbar über Schicklgruber hinweg ins Tor flog. Sieben Minuten später war Hoffer zu seinem vierten Saisontor erfolgreich, als er aus kurzer Distanz nach einem Eckball von M. Wagner und Stanglpass von Flögel zum Siegestor scorte.

Großchancen blieben in der Folge aus, allerdings traf Wagner in der 74. Minute zum vermeintlichen 3:1 ins Tor, als Schicklgruber einen Weitschuss von Vishaj zu kurz abwehrte. Schiedsrichter Krassnitzer entschied zu Unrecht auf Abseits des Torschützen.

Ried verspielt Anschluss an Platz 3
Die SV Ried hat durch ein 2:2 (1:1)-Remis zu Hause gegen Mattersburg die Chance verpasst, in der Tabelle bis auf einen Punkt an den drittplatzierten Lokalrivalen aus Pasching heranzukommen. Das Eigentor von Rieds Oliver Glasner in der Nachspielzeit (91.) bedeutete für die Burgenländer den endgültigen Klassenerhalt in der T-Mobile-Fußball-Bundesliga.

Rieds Hoffnungen auf die UEFA-Cup-Qualifikation erlitten durch den späten Ausgleich einen herben Rückschlag. Denn zwei Runden vor Saisonende fehlen den Riedern noch drei Punkte zu Platz drei und damit zur UEFA-Cup-Qualifikation. Allerdings weisen die Innviertler gegenüber Pasching die schlechtere Tordifferenz aus.

Jubel bis sieben Minuten vor Schluss
Sieben Minuten vor dem Ende hatten die 7.000 Zuschauer im Fill-Metallbau-Stadion noch Grund zum Jubeln, als der eingewechselte Daniel Kastner mit seinem dritten Tor in zwei Spielen die Hausherren mit 2:1 in Führung schoss. Der Rieder Joker staubte nach einem Fehler von Mattersburg-Keeper Borenitsch ab, der einen Schuss von Kuljic nach vorne abprallen ließ.

Das 2:2 in der Nachspielzeit war der insgesamt 20. Treffer in den vier Saisonbegegnungen zwischen Ried und Mattersburg. Ein unglücklicher für die Rieder, die ein Übergewicht an Chancen hatten, in den Schlussminuten aber zu passiv agierten und Rene Schicker durch Gelb-Rot verloren. Unmittelbar vor Schlusspfiff "verwertete" dann Pechvogel Glasner einen Stanglpass von Thomas Wagner aus kurzer Distanz zum Ausgleich.

Auch vor der Pause hatten die Rieder mehr vom Spiel gehabt, und waren durch Dario Dabac auch verdient in Führung (22.) gegangen. Der Kroate traf nach einem Michalik-Freistoß per Kopf ins kurze Eck, wobei Borenitsch beim ersten Gegentreffer nicht gerade glückliche Figur machte. Zwei Minuten vor dem Gang in die Kabinen erzielte Michael Mörz nach Assist von Didi Kühbauer den 1:1-Ausgleich.
(apa/red)

29.4.2006 20:58