Samstag, 29. April 2006

Schock für Österreichs Fußball-Bundesliga: Admira, GAK & Sturm erhalten keine Lizenz!

  • Erste Instanz: Auch Schwanenstadt geht leer aus
    Alle betroffenen Vereine werden Protest einlegen
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Schock für Österreichs Fußball: Der Senat 5 der Bundesliga hat drei Bundesligisten und einem Erstligisten die Lizenz für die kommende Saison verweigert. Die Grazer Klubs GAK und Sturm sowie die Admira und Schwanenstadt erhielten in erster Instanz keine Spielgenehmigung für das Spieljahr 2006/07, die vier Vereine kündigten bereits Protest gegen diese Entscheidung an.

Im Gegensatz dazu bekamen alle übrigen Klubs der höchsten und der Großteil der zweithöchsten österreichischen Spielklasse für die folgende Saison grünes Licht.

Im Fall von GAK und Sturm spießt es sich offenbar an der Haftungserklärung des Landes Steiermark über 1,2 Millionen Euro pro Klub. "Die Begründung der Bundesliga war, dass die Haftung zu ungenau formuliert ist und nicht zu 100 Prozent gewährleistet ist, dass sie auch in Kraft tritt", erklärte GAK-Präsident Harald Sükar.

Kartnig: "Sperren wir eben zu"
Der Vereinschef zeigte sich über die Lizenzverweigerung "geschockt, weil wir bei unserem letzten Treffen mit der Bundesliga vor ein paar Tagen in keinster Weise Indikationen hatten, dass es nicht klappt. Wir sind davon ausgegangen, dass alles passt", sagte Sükar.

So wie Sükar ist auch sein Sturm-Pendant Hannes Kartnig der Meinung, dass nun die Politiker in die Pflicht genommen werden müssen. "Das Land muss sich jetzt etwas überlegen, sonst sperren wir eben zu. Dann gibt es halt keinen Spitzenfußball mehr in Graz."

Admira: "Für uns absolut unverständlich"
"Zar Hannes" ärgerte sich nicht nur über die ausstehende Spielgenehmigung, sondern auch über das Verhalten der steirischen Oppositionsparteien, die die Landesregierung wegen der Unterstützung der Klubs scharf kritisiert hatten. Dennoch hatte der erst wiedergewählte Kartnig seine Zuversicht nicht verloren. "Ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir es noch schaffen."

Politik weist Kritik zurück
Sportstaatssekretär Karl Schweitzer (B) hat zu Vorwürfen von Kartnig Stellung genommen. "Es kann nicht sein, dass Herr Kartnig der Politik und speziell dem BZÖ die Schuld daran gibt, dass Sturm keine Lizenz erhalten hat. Er trägt die Verantwortung selbst und schlägt nun wie ein Ertrinkender um sich. Von Seiten der Politik hat in den letzten Jahren niemand die Vereinsführung von Sturm mitbestimmt. Aufgabe der Politik ist es nicht, die Vereine zu unterstützen, sondern z.B. Nachwuchsprojekte zu fördern", meinte Schweitzer.

Auch für Admira keine Lizenz
Neben den Grazer Vereinen erwischte es in erster Instanz auch die Admira. "Nordea Admira hofft, in sehr schlechter Erinnerung an die Causa FC Tirol, dass nicht schon wieder eine politische Entscheidung im kausalen Zusammenhang mit den Lizenzproblemen von 'ehemaligen Größen' besteht, um den sportlich Letzten vorläufig auf Distanz zu halten und dabei sogar einen aus unserer Sicht unberechtigten Imageschaden für Nordea Admira und 32Group in Kauf zu nehmen", hieß es in einer Aussendung der Südstädter. Weiters verärgerte die Admira die angebliche Aussage der Bundesliga, man kenne den Klub-Sponsor 32Group zu wenig.

"Für mich ist das absolut unverständlich. Bei unserem letzten Meeting mit der Bundesliga am 20. April haben wir eine kleine Auflage bekommen. Wir sind aber in der Überzeugung aus der Sitzung gegangen, dass wir alle unsere Verpflichtungen erfüllt haben", sagte Cheftrainer und General Manager Hubert Baumgartner.

In Schwanenstadt herrscht Gelassenheit
Schwanenstadt plant wie im Vorjahr die Nachreichung mehrerer Dokumente. "Absichtserklärungen von Sponsoren reichen offenbar nicht", meinte Klub-Manager Helmut Nussbaumer. "Wir haben noch keine wasserdichten Verträge vorlegen können, werden diese aber fristgerecht nachreichen." Grund zu übermäßiger Sorge sehen die Oberösterreicher daher nicht. Für einen kleinen Verein sei es sehr schwierig, zu einem so frühen Zeitpunkt bereits fixe Bonitäten für die kommende Spielzeit vorzuweisen.

Einspruch noch bis 8. Mai möglich
Die betroffenen Klubs können ihre Einsprüche ebenso wie zusätzliche Dokumente schriftlich bis 8. Mai beim Protest-Komitee einreichen, das bis 15. Mai darüber befindet. Für die Bundesliga ist die Zuständigkeit mit der zweiten Instanz zu Ende. Danach bleibt den Vereinen anstelle eines ordentlichen Gerichts bis 22. Mai nur der Gang vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht, ohne allerdings neue Unterlagen vorlegen zu dürfen. Die endgültige Entscheidung des Schiedsgerichts bzw. die Meldung an den europäischen Europa-Verband (UEFA) hat bis zum 31. Mai zu erfolgen. Im Vorjahr waren SW Bregenz, SC Untersiebenbrunn und SV Wörgl auch in letzter Instanz durchgefallen.

(apa/red)

29.4.2006 15:09