Donnerstag, 27. April 2006

TSV 1860 München gerettet: FC Bayern
hilft Stadtrivalen durch Millionen-Spritze

  • "Ohne Bayern-Aktion hätten wir uns verabschiedet"
  • Hauptsponsor Festina steigt nach Saisonende aus

Dank einer Millionen-Spritze seines bisherigen Stadion-Partners FC Bayern hat Fußball-Zweitligist TSV 1860 München seine finanzielle Pleite in letzter Minute abgewendet. "Die Insolvenz ist vermieden", sagte der neue "Löwen"-Geschäftsführer Stefan Ziffzer am Donnerstag auf einer Pressekonferenz der beiden Münchner Profiklub. Demnach erhalten die klammen "Löwen" für ihre Anteile an der gemeinsamen Stadion GmbH elf Millionen Euro.

Damit sei die Rettung des Traditionsklubs aber noch nicht perfekt, betonte Ziffzer. Denn zugleich musste 1860 einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Hauptsponsor Festina kündigte seinen Rückzug mit Ende der laufenden Saison an. "Das ist bedauerlich", sagte Ziffzer. "Wir haben die Insolvenz abgewendet und eine halbe Stunde später gab es schon wieder eine neue Baustelle." Nun müssen die "Löwen" aber vor allem sportlich im Soll bleiben und in den letzten drei Liga-Spielen den Klassenerhalt sichern.

"Ohne die Aktion des FC Bayern hätten wir uns verabschiedet", beschrieb Ziffzer die dramatische Lage der Sechziger, die bis Ende Juni von einem Minus von fast sieben Millionen Euro geplagt würden. Mit der Überschreibung der Anteile an der Stadion-Gesellschaft wird der FC Bayern bis zur Rückzahlung alleiniger Besitzer der 340 Mio. Euro teuren Allianz Arena. Die in Raten zu zahlenden elf Millionen sollen die "Löwen" plus einem Zinssatz von 6,5 Prozent in spätestens vier Jahren zurückzahlen, so die notariell abgesicherte Vereinbarung.

Dann soll 1860 auch wieder zum gleichberechtigten Stadionpartner aufsteigen können. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sprach von einer "guten Lösung" für den Münchner Fußball. "Wir hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera", beschrieb Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Entscheidung. Nicht aus Liebe zu 1860, sondern aus Eigeninteresse habe sich der Verein zur Hilfe für den Lokalrivalen durchgerungen. (apa/red)

27.4.2006 19:13