Donnerstag, 27. April 2006

Doping-Affäre von Turin: Mayer-Anwalt
mit Strafanzeige gegen italienische Ermittler

  • "Trainer-Chaffeur nahm gesundheitlichen Schaden"

Herwig Hasslacher, der Anwalt des ehemaligen österreichischen Biathlon-Trainers Walter Mayer, hat bei der Staatsanwaltschaft Turin eine Sachverhaltsdarstellung bezüglich der Dopingrazzia während der Olympischen Spiele in Turin eingebracht. Mayers Chauffeur Hans Vierthaler, alias "Doktor Bauch", habe gesundheitliche Schäden davongetragen, weil ihm die italienischen Ermittler lebenswichtige Medikamente vorenthalten hätten, sagte Hasslacher gegenüber der APA.

Der italienische Staatsanwalt Ciro Santoriello hatte Anfang April in einem Interview behauptet, Vierthaler habe die Athleten decken wollen, indem er eine Vielzahl an gefundenen Medikamenten sich selbst zugeordnet habe. In Wahrheit sei Vierthaler schwer herzkrank und leide auch an Diabetes, erklärte Hasslacher am Donnerstag.

Weiters sei Vierthaler zum Unterschreiben eines Protokolls gezwungen worden. "Wegen der Vorenthaltung der Medikamente hat mein Mandant um seine Gesundheit gefürchtet", so Hasslacher. Zudem sei das Protokoll lediglich in Italienisch abgefasst gewesen, einer Sprache, der Vierthaler gar nicht mächtig sei. (apa/red)

27.4.2006 14:16