Wegen Grausamkeit und Folter von Häftlingen: Abu Ghraib-Verhörchef angeklagt
- Steven Jordan könnten bis zu 42 Jahre Haft drohen
- Gefangene nackt verhört und mit Hunden bedroht

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Der frühere US-Leiter des Verhörzentrums im irakischen Gefängnis Abu Ghraib, Steven Jordan, soll sich vor einem Militärgericht verantworten. Wie das US-Heer mitteilte, wurde gegen den Oberstleutnant am Freitag in Fort Meade (US-Staat Maryland) Anklage erhoben. Ihm werden zwölf Vergehen in sieben Anklagepunkten vorgeworfen, darunter Grausamkeit und Misshandlung von Gefangenen.
Die Anklage wirft ihm vor, Gefangene gezwungen zu haben, nackt ins Verhör zu gehen und sie durch Hunde eingeschüchtert zu haben. Zudem soll er Ermittler über die Vorgänge belogen haben. Ein Armeesprecher sagte, dem Offizier könnten 42 Jahre Haft drohen, sollte er in allen zwölf Anklagepunkten für schuldig befunden werden.
Im Zusammenhang mit dem Folterskandal sind bereits zehn Soldaten aus niedrigen Diensträngen von Militärgerichten zum Teil zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der Oberstleutnant ist der bisher ranghöchste US-Soldat, der sich wegen der Vorgänge in der Einrichtung bei Bagdad einem Strafverfahren stellen soll. Gegen zwei Offiziere, die im Rang über Jordan stehen, ging die Armee zwar disziplinarisch vor, eröffnete jedoch kein Strafverfahren.
Jordan war in der zweiten Jahreshälfte 2003 Verhörchef in Abu Ghraib, das heißt zum Zeitpunkt der in später aufgetauchten Fotos dokumentierten schweren Gefangenenmisshandlungen. Die Bilder, die unter anderem irakische Häftlinge in sexuellen Zwangsposen zeigten, waren im Frühjahr 2004 um die Welt gegangen und hatten Abscheu und Empörung ausgelöst.
Jordan soll sich unter anderem wegen Grausamkeit, Misshandlung, Falschaussagen und Meineids verantworten. Ihm wird außerdem zur Last gelegt, Richtlinien über Verhörtaktiken missachtet und nicht sicher gestellt zu haben, dass sich Untergebene an sie hielten.(apa/red)
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