Donnerstag, 27. April 2006

Vier Jahre nach Auflösung: Nepalesisches Parlament tritt heute wieder zusammen

  • König beugte sich nach wochenlangen Protesten
  • Maoisten fordern verfassungsgebende Versammlung

Nach den Massenprotesten gegen den nepalesischen König Gyanendra tritt das Parlament heute vier Jahre nach seiner Auflösung erstmals wieder zusammen. Der Monarch hatte die Einberufung des Parlaments, das er selbst aufgelöst hatte, als Eingeständnis an die Protestbewegung angekündigt. Nach Ansicht von Experten könnte sich der Streit über das künftige politische System Nepals über Monate hinziehen.

So könnte der König seine Zugeständnisse laut Gesetz jederzeit wieder rückgängig machen. Den Maoisten wiederum, die seit 1996 für eine demokratische Republik kämpfen und große Teile des Landes kontrollieren, geht die Wiedereinsetzung des Parlaments nicht weit genug. Sie fordern die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung, in der die Rolle des Königs diskutiert werden soll. Unter dessen Herrschaft wurden die politischen Parteien zunehmend ausgeschaltet und die Medien zensiert.

(apa/red)

27.4.2006 22:43