Donnerstag, 27. April 2006

Bestürzung in Italien: Drei italienische und ein rumänischer Soldat im Irak getötet

  • Terroranschlag auf Auto der multinationalen Truppen
  • Schwerster Verlust seit 2003 - Prodi verspricht Abzug

Italien hat mit Bestürzung auf den Terroranschlag auf ein Fahrzeug der multinationalen Truppen im südirakischen Nassiriya reagiert, bei dem am Donnerstag drei Italiener und ein Rumäne getötet worden sind. Das italienische Verteidigungsministerium korrigierte erste Meldungen, nach denen insgesamt vier Italiener ums Leben gekommen seien.

Ein weiterer Italiener wurde schwer verletzt und kämpft im Krankenhaus mit dem Tod. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Vertreter von Linksparteien forderten den sofortigen Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak.

Meisten Italiener gegen Irak-Einsatz
Es ist der schwerste Verlust, den italienische Truppen seit 2003 im Irak hinnehmen mussten. Damals kamen 19 Italiener bei einem Selbstmordanschlag in Nassiriya ums Leben. Bis Ende 2006 sollen alle 2600 italienischen Soldaten aus dem Irak abgezogen werden. Eine Mehrheit der Italiener lehnt den Einsatz ab.

Prodi will schnellen Abzug
Die scheidende Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte einen Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak bis zum Ende des Jahres beschlossen. Italien hat seit Juni 2003 rund 2900 Soldaten im Irak stationiert. Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, dessen Mitte-Links-Bündnis aus den Wahlen vom 9. und 10. April siegreich hervorgegangen war, hatte im Wahlkampf einen beschleunigten Abzug des italienischen Kontingents aus dem Irak in Aussicht gestellt. Rumänien hat etwa 860 Soldaten im Irak stationiert.
(APA/red)

27.4.2006 11:44