Nach erbittertem Streit: Bauarbeiten auf New Yorker "Ground Zero" haben begonnen
- Pächter & Hafenbehörde stritten um Bauberechtigung
- Diskussion: Wird 'Freedom Tower' neues Terror-Ziel?

Einen Tag nach Beilegung des erbitterten Streits um das Gelände des zerstörten World Trade Center in New York haben dort die Bauarbeiten begonnen. Eine lange Schlange von Baggern fuhr die Rampe am Ground Zero hinab. Sie sollen das Gelände freischaufeln, auf dem an Stelle der am 11. September 2001 vernichteten Zwillingstürme der vom Stararchitekten Daniel Libeskind entworfene "Freedom Tower" ("Freiheitsturm") entstehen soll.
Am Beginn der Bauarbeiten nahmen die Gouverneure der Bundesstaaten New York und New Jersey, George Pataki und Jon Corzine, der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sowie der Pächter des Geländes, Larry Silverstein, teil. Sie schüttelten die Hände von Bauarbeitern, auf deren Helmen der Slogan "Freedom Tower, World Trade Center" zu lesen war. Pataki sagte, der von Libeskind konzipierte Wolkenkratzer werde "ein Symbol unserer Freiheit und unserer Unabhängigkeit" sein. Mit dem Gebäude gewinne New York seine Skyline zurück.
Nach langem Streit hatte die Hafenbehörde von New York und New Jersey, der das Gelände gehört, einem Vorschlag Silversteins zur Verteilung der Verantwortlichkeiten bei der Neubebauung zugestimmt. Demnach soll Silverstein den Bau von vier der fünf geplanten Wolkenkratzer auf dem Gelände überehmen, darunter auch des "Freedom Tower". Das fünfte Gebäude wird von der Hafenbehörde gebaut. Nach der Fertigstellung soll die Kontrolle über den "Freedom Tower" an die Hafenbehörde übergehen. Silverstein hatte das World Trade Center nur sechs Wochen vor den Terroranschlägen für 99 Jahre gepachtet.
Der Pächter hatte lange darauf bestanden, dass er allein dazu berechtigt sei, das Gelände neu zu bebauen. Die Behörden trauten ihm aber nicht zu, die auf sieben Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) veranschlagten Baukosten aufzubringen. Der 541 Meter hohe "Freiheitsturm" ist mit geschätzten Baukosten von zwei Milliarden Dollar das teuerste Gebäude des geplanten Ensembles. Zugleich ist es auch das umstrittenste. Kritiker fürchten, der symbolträchtige "Freiheitsturm" stelle eine potenzielle Zielscheibe neuer Anschläge dar.
(APA/red)
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