Bei Demo gegen Armee in Nepal: Soldaten schossen auf aufgebrachte Menge - 6 Tote
- Schüsse auf junge Frau als Auslöser der Proteste
- Keine Verbindung mit Kundgebungen für Demokratie
·Nepals König beugt sich Oppositions-Druck
Aufgelöstes Parlament wird wieder eingesetzt
Nepalesische Soldaten haben am Mittwoch im Osten des Landes in eine aufgebrache Menge gefeuert und dabei sechs Menschen getötet - elf weitere wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte hätten sich gegen Demonstranten verteidigt, die gegen tödliche Schüsse von Soldaten auf eine jungen Frau protestiert hatten, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Vorfall stand offenbar nicht in Verbindung zu den Demonstrationen für Demokratie, die in den vergangenen Tagen die Hauptstadt Kathmandu regelrecht lahm gelegt hatten.
Rund 100 Menschen hatten den Behörden zufolge vor einem Armeestützpunkt in der Nähe des Dorfes Belbari demonstriert. Die 22-jährige Frau sei am Dienstag von Soldaten wegen "verdächtiger Aktivitäten" erschossen worden, hieß es. Die Menge habe versucht, den Sicherheitskräften vor dem Stützpunkt die Waffen zu stehlen. Zur Selbstverteidigung hätten die Soldaten das Feuer eröffnet, teilte das Ministerium mit. Unabhängig von dem Vorfall starb den Behörden zufolge ein Polizist bei einem Bombenattentat maoistischer Rebellen nördlich von Kathmandu.
Die Hauptstadt kehrte nach wochenlangen Demonstrationen für Demokratie unterdessen langsam zur Normalität zurück. Die maoistischen Rebellen hoben ihre über Kathmandu verhängte Blockade bis zur ersten Sitzung des Parlaments am Freitag auf. Sie erklärten sich zu dem Schritt bereit, weil der designierte Ministerpräsident Girija Prasad Koirala ihnen baldige Wahlen und eine neue Verfassung zusicherte. In den Straßen drängten sich Touristen und Einheimische, die Geschäfte waren geöffnet. Auch öffentliche Verkehrsmittel waren wieder in Betrieb. (apa/red)
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