Freitag, 28. April 2006

Neue Klage um Refco-Affäre: Ex-Bawag-Vorstände wollen ihre Verträge einklagen

  • Alle Briefe und Mails zu Refco-Affäre beschlagnahmt
  • Noch keine Entscheidung über neuen Finanzvorstand

In der vom Refco- und Karibikdesaster gebeutelten Gewerkschaftsbank BAWAG wurden mit den laufenden Untersuchungen der Bank-Restruktierungsgruppe und der Finanzmarktaufsicht (FMA) alle Schriftstücke und e-Mails beschlagnahmt, in denen der Begriff "Refco" vorkommt. Vitales Interesse an Dokumenten aus der Bank haben aber auch die Anwälte der per Ende April geschassten Vorstandsmitglieder. Ihre Verträge wurden vor einigen Wochen vor Ablauf 2008 aufgelöst, die Betroffenen - Peter Nakowitz, Christian Büttner, Hubert Kreuch, Josef Schwarzecker - haben somit weder Abfertigungen bekommen noch wurden ihre Verträge ausbezahlt. Sie gehen deswegen vor Gericht,

Immer noch gibt es nach außen keinen Namen für einen neuen Finanzvorstand. Am kommenden Freitag tritt der neue BAWAG-Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung: "Bericht zur aktuellen Lage" und "Vorstandsangelegenheiten". Letzteres bezieht sich laut "Standard" in erster Linie auf die Vorstellung des neuen Finanzchefs, der für Treasury, Großkunden, internationale Kunden und das Ostgeschäft verantwortlich sein wird. Der Experte hat, wie auch der APA mitgeteilt wurde, sein Dienstverhältnis bei einer Konkurrenzbank noch nicht gekündigt.

Erst in einigen Wochen soll die neue Bilanz 2005 fest stehen. Ursprünglich - also vor Ausbruch der Karibik/Refco-Affäre - hätte sie bereits gestern präsentiert werden sollen. Sie musste aber noch einmal von neu hinzugezogenen Wirtschaftprüfungsexperten begutachtet werden. Eine Dividende zahlt die BAWAG für 2005 nicht, wie die ÖGB-Spitze heute Mittag erstmals auch offiziell bestätigt hat. (apa/red)

28.4.2006 19:13