BAWAG-Sparkonten werden leer geräumt: Massive Geldabflüsse von 50 Mio. täglich!
- Chef Nowotny: "Hoffen, dass das bald zu Ende ist"
- Eigenkapital & Liquiditätsprobleme bestätigt
·Schüssel & Co. legen Geld bei BAWAG ein!
"Als Geste, um zu zeigen,
dass Bank jetzt sicher ist"
·Bawag einigt sich mit US-Refco-Gläubigern
Deal kostet Bank gesamt über 900 Millionen Euro
·Bund und Banken sichern BAWAG ab
Sammelklage damit vom Tisch, Vergleich möglich
Die Gewerkschaftsbank BAWAG hat in den Tagen vor dem heutigen Rettungspaket von Bund, Banken und Versicherungen viele Sparkunden verloren. Die Einlagenabflüsse erreichten "schon erhebliche Größenordnungen", sagte Bank-Chef Ewald Nowtony am Dienstag. In der Spitze hätten Sparer mehr als 50 Mio. Euro pro Tag abgezogen. Wie viele Tage oder Wochen diese zweite große Abhebungswelle - nach einer ersten nach Platzen des Refco-Kredits im Oktober - insgesamt dauerte, sagte Nowotny nicht.
Erst kürzlich war Bargeld in einigen Filialen sogar knapp geworden und die Zentrale musste Geldtransporter durchs Land schicken. Zuvor hatte die Notenbank zugesagt, bei Bedarf Liquiditität in die Bank zu pumpen.
Die Notenbank bestätigte nach Vorlage des Rettungspakets im Bundeskanzleramt, dass es Eigenkapital- und Liquiditätsprobleme bei der BAWAG gegeben hat. Man sprach aber nicht über ein Insolvenzproblem.
Am Dienstag hoben abermals viele Kunden, die noch keine Nachrichten gehört hatten bzw. sich auf alte Zeitungsschlagzeilen beriefen, weiter Geld ab. Bis alle wieder ganz beruhigt seien, das werde dauern, sagte ein Aufsichtsratsmitglied heute zur APA. In den Filialen bildeten sich wieder lange Warteschlangen, viele Einzahlungen betrafen freilich Ultimo-Überweisungen des täglichen Lebens. "Ich muss ja überweisen", sagte eine Kundin zur APA.
Bankchef Nowotny hofft, dass die Abhebungen bald beendet sein werden.
Die Spareinlagen der Bank werden mit rund 18 Mrd. Euro beziffert, das war angeblich vor der jüngsten Abhebungswelle.(apa/red)
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