Nach Lawinentod der 14-jährigen Schülerin in Obertauern: Suche nach Unglücksursache
- Mädchen lag über drei Stunden unter Schneedecke
- Zustand der beiden schwer verletzten Frauen ist stabil
Auf der Suche nach den Ursachen für den Lawinenabgang in Obertauern war die Polizei am Samstag auf die Befragung von Zeugen angewiesen. Ein Erkundungsflug sei auf Grund des schlechten Wetters nicht möglich gewesen, erklärte Wilhelm Huber, Leiter der alpinen Einsatzgruppe der Polizei, am Samstagnachmittag gegenüber der APA. Nachdem der Wetterbericht anhaltend schlecht sei, gehe er davon aus, dass ein Flug in das Gebiet frühestens am Montag stattfinden könne.
Man habe Beteiligte einvernommen, es gebe keine neuen Erkenntnisse, sagte Huber zum Ermittlungsstand. Am Freitag war gegen 11.20 Uhr im Bereich der Gamsleitenspitze in Obertauern eine gewaltige Nassschneelawine abgegangen. Sie hatte Mitglieder eines Schulskikurses des Realgymnasiums Hagenmüllergasse in Wien-Landstraße erfasst, die unter der Mittelstation der Zehnkarbahn auf der roten Piste unterwegs waren. Es habe sich dabei um eine geöffnete Piste gehandelt, betonte Huber. Die 14-jährige Lisa-Maria aus Wien starb bei dem Unglück.
Drei Schüler wurden bei dem Abgang der Lawine leicht verletzt, zwei Frauen - eine Lehrerin und eine Schulärztin - erlitten schwere Verletzungen. Zwei Frauen befinden sich im Krankenhaus Schwarzach. Ihr Zustand sei stabil, hieß es am Samstag aus dem Spital. Es bestehe keine Lebensgefahr.
Die Zehnerkarseilbahn bleibe bis zum Saisonschluss am 1. Mai gesperrt, sagte der Obmann des Tourismusverbandes Obertauern, Roland Kindl, im Gespräch mit der APA. Es könne sich in Obertauern niemand daran erinnern, dass in dem Bereich jemals eine Lawine dieser Größenordnung abgegangen sei, erklärte Kindl. Lawinenschutz habe in dem Skigebiet höchste Priorität.
(apa/red)
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