Dienstag, 4. April 2006

Gästen sei Dank: Tourismus erwirtschaftet knapp 9 Prozent des österreichischen BIP

  • Österreich ist führend bei Tourismusexporten

Der Tourismus in Österreich macht knapp neun Prozent des heimischen BIP aus. Im Trend liegen Kurzaufenthalte, die Saisonalität der Nachfrage ausländischer Gäste nimmt zu. Auch international war 2005 ein gutes Jahr für den Tourismus, so Wifo-Tourismusexperte Egon Smeral.

Seit 1990 sank in Österreich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von rund fünf auf etwa vier Nächte. Dieser Rückgang sei Ausdruck eines massiven Strukturwandels: Trotz steigender Gästezahlen verringert sich langfristig die Zahl der Übernachtungen deutlich.

In der Nachfrage der inländischen Gäste zeichnet sich ein Trend zur Ausgewogenheit ab, die Saisonalität sinkt. Ein differenziertes Bild zeigt sich im Segment der ausländischen Urlauber: Während sich die Saisonalität im Österreich-Durchschnitt langfristig kaum verändert, nahm sie vor allem in den tourismusintensiven Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg zu, hieß es am Dienstag in einer Wifo-Aussendung.

Österreich verzeichnete im Vorjahr 19,9 Mio. Ankünfte ausländischer Gäste (+2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Tourismusexporte stiegen auf 15,4 Mrd. Euro (+4 Prozent); gemessen am nominellen BIP erreichten sie (ohne internationalen Personentransport) einen Anteil von 5 Prozent. Damit liegt Österreich an der Spitze der EU 15 vor Portugal (4,5 Prozent), Spanien (4,2 Prozent) sowie Belgien und Luxemburg (3,3 Prozent). In den zehn neuen EU-Ländern ist der BIP-Anteil mit durchschnittlich 3,6 Prozent deutlich höher als in der EU 15 (2,1 Prozent).

Trotz negativer Einflüsse wie Terrorismus, Naturkatastrophen sowie ökonomischer und politischer Unsicherheiten überstieg die Zahl der Ankünfte im internationalen Tourismus 2005 erstmals 800 Mrd. Euro - dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 5,5 Prozent. Obwohl dieser Wert unter dem Zuwachs des Jahres 2004 (+10 Prozent) lag, überstieg er den langfristigen Trendwert von rund 4 Prozent pro Jahr deutlich.
(apa)

4.4.2006 10:13