Freitag, 28. April 2006

Putzen ist gefährlich: 18.500 Menschen verunglücken jährlich bei der Hausarbeit...

  • Weil sie's öfter tun: 72% der Verletzten sind Frauen
  • So geht's: Check-Liste für den sicheren Frühjahrsputz

Vom Fensterbrett ins Krankenbett - der Frühjahrsputz wird als unfallträchtige Gefahrenquelle unterschätzt. 48.500 Menschen verletzen sich jährlich im eigenen Haushalt so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. 18.500 dieser Unfälle geschehen beim Saubermachen, sagte Josef Glatzl von der Allianz Elementar Versicherung auf APA-Anfrage.

Wer häufiger putzt, kommt auch bei den Unfallzahlen deutlich zum Vorschein: 72 Prozent der 18.500 Verletzten pro Jahr sind weiblich, geht aus der Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) hervor. In Zahlen: Für 13.320 Frauen und 5.180 Männer endet der Haus- oder Wohnungsputz mit Verletzungen - meist Prellungen und Schürfwunden, aber auch Knochenbrüche.

Vorsicht walten lassen
Mit ein wenig mehr Vorsicht ließen sich viele Haushaltsunfälle leicht vermeiden, meint Allianz-Sicherheitsexperte Gerhard Bernard. Er nennt "selbst gemachte Hektik" - schnell Fensterputzen, bevor Besuch kommt - und ungeeignete Ausrüstung wie selbst gebastelte Aufstiegshilfen als die beiden Hauptauslöser. Durch Stürze von Treppen oder aus der Höhe kamen 2004 insgesamt 200 Menschen ums Leben.

Freizeitunfälle
Unfälle im häuslichen Bereich zählen zu den Freizeitunfällen. Sie sind nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Gesichert ist die medizinische Erstversorgung und die Rehabilitation im Krankenhaus. Keine Absicherung gibt es, wenn das Opfer vorübergehend oder dauerhaft erwerbsunfähig wird. Vorsorgen kann man mit einer privaten Unfallversicherung.

Check-Liste für sicheren Frühjahrsputz
Stabiles Schuhwerk tragen. Nicht auf Fensterbänke steigen. Fenster-Außenseiten nur von innen reinigen. Fensterbrett als Trittplattform ist tabu. Standsichere Leitern statt Sessel oder selbst gebastelte Konstruktionen verwenden. Stolperfallen wie Kübel, Besen und Reinigungsmittel aus dem Weg räumen. Putzmittelreste und Wasser aufwischen, damit niemand ausrutscht. Haushalts-Chemikalien von kleinen Kindern fern halten.

Auch Kochen hat seine Tücken
Gefahren lauern aber auch abseits von Putzmittel, Besen & Co: "18.800 Personen verletzen sich pro Jahr beim Kochen", wusste Glatzl zu berichten.
(apa/red)


28.4.2006 12:05