Mittwoch, 5. April 2006

Vivienne Westwood - eine der genialsten Mode-Designerinnen feierte 65. Geburtstag

  • Wie die Grande Dame mit Sex Geschichte schrieb
  • Und was sie mit Gummi-Neglige und Punks verbindet

Die Ideen der Britin - wie etwa die, BHs über Oberteilen zu tragen - sind so oft kopiert worden, dass sie manchmal anderen Designern zugeschrieben werden. "Mode hat immer etwas mit Sex zu tun" und "Man hat ein viel besseres Leben, wenn man beeindruckende Kleidung trägt", lauten zwei typische Westwood-Sätze.

Modegeschichte schrieben etwa ihre Kollektionen "Pirates" (1981), die eine Romantik-Welle auslöste, "Harris-Tweed" (1987) oder "Anglomania" (1993). Hohe Absätze, ein hoch geschnürter Busen und betonte Hüften, das sind bis heute Ingredienzen der Westwood-Mode. Frauen sollen damit ihre erotische Anziehungskraft bewusster wahrnehmen.

Von der Hausfrau zur Stardesignerin
Westwood selbst zog sich schon als Jugendliche auffallend an. Aufregend sollte dann auch ihre Karriere werden. Nach einer Ausbildung zur Grundschullehrerin in London heiratete sie 1962 und bekam einen Sohn. Doch schon bald wurde ihr das Leben als Hausfrau zu eng. 1965 verließ sie ihren Mann. Sie tat sich mit dem Kunststudenten Malcolm McLaren zusammen und verkaufte mit ihm ab 1971 subversive Mode in einem Laden an der King's Road.

Mutter des Punk
Nach Rock'n Roll und Fetisch-Sex begann sich das Paar Mitte der siebziger Jahre für eine neue Jugendbewegung zu interessieren. Sie schufen den "Punks" ihr modisches Outfit mit Löchern in den Kleidern, Anarchie-Shirts, Hundehalsbändern und Leder-Look. McLaren war Ideengeber der berüchtigten Band "Sex Pistols", Westwood kreierte die Kostüme. Modische Eigenständigkeit entwickelte sie jedoch erst, als sie sich von McLaren getrennt hatte.

Auffallend und provokativ
Heute wird Vivienne Westwood zu den bedeutendsten Designern der Welt gezählt. Sie herrscht über ein kleines Imperium mit Herren- und Damenmode, Accessoires und Parfüm. Nebenbei unterrichtete sie als Gastprofessorin in Berlin. Und wäre da nicht die Ehe mit dem Jahrzehnte jüngeren Designer Andreas Kronthaler, neben dem sie sich auch als nackte Venus ablichten ließ, so könnte man die rotgelockte Engländerin fast für eine etwas biedere Matrone halten. Aber eben nur fast, denn auf dem Laufsteg tanzt sie immer noch zu Rockmusik. (APA)

5.4.2006 14:59