Mittwoch, 5. April 2006

Sex, Cops und rotes Licht - Der Fall Geiger: Wie der Top-Kriminalist ins Rotlicht geriet

  • Die Tonbandprotokolle der ,Sauna-Affäre‘: Harmlose Gespräche oder Verrat von Amtsgeheimnissen?

Krieg der Cops: Der brutale Machtkampf zwischen Hofrat Geiger und General Horngacher. Das Intrigenspiel der Top-Cops.

Vor ein paar Wochen war die Welt von Ernst Geiger noch in Ordnung. Seine Karriere schien auf einem neuen Höhepunkt angelangt: Gerade war ihm das Silberne Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik Österreich verliehen worden, erst Ende vergangenen Jahres hatte ihn die Innenministerin zum provisorischen Leiter der Kriminalpolizeilichen Abteilung bestellt.

Geigers offizielle Posten-Ernennung – im Zuge einer Ausschreibung, die am 1. April erfolgen sollte – galt damit bloß noch als Formsache. Und außerdem wurde der 51-jährige Polizeijurist bereits als chancenreichster Nachfolger von Polizeipräsident Peter Stiedl, der 2007 in Pension gehen will, gehandelt.

Bloß eine Intrige? Aber jetzt ist alles ganz anders.
Denn Ernst Geiger, der wohl bekannteste und erfolgreichste Fahnder Österreichs (er zeichnet etwa verantwortlich für die Klärung des Falles Jack Unterweger oder zuletzt der Entführungscausa Saliera) steht jetzt unter dem Verdacht, Razzia-Termine an die Rotlichtszene weitergegeben zu haben. Er selbst bestreitet diesen Vorwurf zwar vehement, wurde jedoch „aufgrund massiver Indizien“, so verlautet aus der Polizeispitze, vom Dienst suspendiert.

Aber egal, ob weitergehende gerichtliche und disziplinäre Nachforschungen irgendwann endgültig Geigers Schuld oder Schuldlosigkeit belegen – um jenen Job, den er bislang ja lediglich inoffiziell innehatte, kann er sich nun nicht mehr bewerben.

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5.4.2006 17:16