Mittwoch, 5. April 2006

Hypo-Bilanzaffäre: Vorstandsvorsitzender Kulterer gerät immer stärker unter Druck

  • Aufsichtsrat überlegt personelle Konsequenzen
  • Wurde der Vorstand nicht korrekt informiert?

Noch am Vortag hat sich der Aufsichtsrat der Hypo Alpe-Adria-Bank (HAAB) demonstrativ hinter Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Kulterer gestellt. Dieser war unter Beschuss geraten, nachdem Spekulationsverluste der Bank von 328 Mio. Euro bekannt geworden waren und die Wirtschaftsprüfer ihre Testate für die Bilanz 2004 in der Folge zurückzogen. Nun schließt Aufsichtsrats-Vizepräsident Othmar Ederer personelle Konsequenzen der Affäre nicht mehr aus.

"Wenn sich in den Ermittlungsverfahren herausstellt, dass die Information, die wir vom Vorstand erhalten haben erheblich von der tatsächlichen abweicht, müssen wir uns etwas überlegen", wird Ederer im "Kurier" zitiert. Dabei geht es um die von der Bank gewählte Vorgangsweise, die Verluste aus dem Jahr 2004 über einen Zeitraum von mehreren Jahren abzuschreiben. Die Prüfer von Deloitte waren mit dieser Vorgangsweise nicht einverstanden und informierten die Finanzmarktaufsicht.

Diese hat bereits zuvor mit einer Sonderprüfung der Bankzentrale begonnen und auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt eingeschaltet. Die Behörde ermittelt nun gegen mehrere Vorstandsmitglieder wegen des Verdachts der Bilanzverschleierung. Kulterer selbst argumentiert, seine Vorgangsweise sei korrekt gewesen, und will dies durch Gutachten auch beweisen.

(apa/red)

5.4.2006 16:52