Mittwoch, 5. April 2006

Bau der Allianz Arena: Alpine Baukonzern verliert Münchner Stadion-Prozess

  • Klage der Alpine auf die Restzahlung abgewiesen

Die Baufirma Alpine hat ihren Zivilprozess um den Bau des neuen Münchner Fußballstadions Allianz Arena verloren. Die Stadiongesellschaft muss einen einbehaltenen Betrag von 2,8 Mio. Euro nicht an das Bauunternehmen abführen. Mit diesem Urteil hat das Landgericht München I am Mittwoch eine Klage der Alpine auf die Restzahlung abgewiesen. Die Stadiongesellschaft hatte die Zahlung unter Hinweis auf den Schmiergeldskandal beim Stadionbau verweigert. Der frühere Geschäftsführer der Stadiongesellschaft, Karl-Heinz Wildmoser junior, hatte von der Alpine im Zuge der Auftragsvergabe 2,8 Mio. Euro erhalten.

Wildmoser war deshalb im Mai des vergangenen Jahres vom Landgericht München I wegen Bestechlichkeit und Untreue im besonders schweren Fall zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Seine Verteidigung hat das Urteil angefochten, so dass dieses noch nicht rechtskräftig ist. Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan wurde im dieses Jahres wegen Bestechung zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt, dieses Urteil ist bereits rechtskräftig.

In einem weiteren Zivilprozess hatte ein Münchner Gericht Wildmoser dazu verurteilt, dass er die empfangenen 2,8 Mio. Euro plus Zinsen an die Stadiongesellschaft zahlen muss. Nach Auffassung der Richter hätte er das Geld gleich an die Stadiongesellschaft als seinen Arbeitgeber weitergeben müssen. Wildmosers Anwalt Peter Gauweiler hatte Berufung gegen dieses Urteil angekündigt.

(apa)

5.4.2006 10:52