Städtische an BAWAG interessiert: 'ÖGB großer Kunde, Gespräche selbstverständlich'
- Generaldirektor Geyer: Einstieg muss Vorteil bringen
- Weitere Schritte erst bei Kenntnis aller Unterlagen
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Die Wiener Städtische bekräftigt ihr Interesse an der BAWAG P.S.K., allerdings müsse es wirtschaftliche Vorteile für das Unternehmen und seine Aktionäre geben, so Städtische-Generaldirektor Günter Geyer bei der Bilanzpressekonferenz. Mit der Erste Bank, "preferred Partner" der Versicherung, werde man Kontakt aufnehmen, falls man zur Überzeugung komme, dass ein Einstieg bei der BAWAG wirtschaftlich sinnvoll sei. Geyer wies parteipolitische Vereinnahmung zurück.
Der ÖGB sei ein "großer Kunde unseres Hauses", es sei daher selbstverständlich, dass es zu Gesprächen komme, wenn die Städtische eingeladen werde. Bisher habe es diese aber noch nicht gegeben. Wenn man alle Unterlagen kenne, werde man entscheiden, ob man weitere Schritte unternehme. Diese Schritte werde man nur dann machen, wenn sie für das Unternehmen und die Aktionäre sinnvoll seien, betonte Geyer. Eine allfällige Beteiligung müsse positive Auswirkungen auf der Ergebnis der Städtischen haben. Sollte der ÖGB Anteile an der BAWAG behalten wollen - beschlossen wurde ein Verkauf von "bis zu 100 Prozent" - würde dies die Städtische "grundsätzlich nicht" stören. Man wisse nicht, was der ÖGB verkaufen wolle.
Die Städtische habe ihre Kapitalerhöhung Ende des vergangenen Jahres gemacht, mit dem Ziel das Osteuropa-Engagement zu unterstützen. An diesem Weg ändere sich nichts, bekräftigte Geyer. Sollte man dem Thema BAWAG nähertreten, sehe man keine Notwendigkeit zu einer neuerlichen Kapitalerhöhung. Sollte das das Thema BAWAG-Einstieg auftreten, werde man auch darüber Nachdenken, ob der Städtische-Hauptaktionär dem Thema nähertreten werden. Die Städtische ist zu rund 70 Prozent im Besitz der Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt-Vermögensverwaltung (der so genann te "Verein"), der Rest ist Streubesitz.
Man könne einen Einstieg bei der BAWAG als Wiener Städtische derzeit noch nicht beurteilen, wenn man nicht wisse, wie die Risiken seien. Man kenne das Filialnetz, wisse aber nicht, welche Stärken die Bank sonst noch habe. Dass sein Vorgänger als Chef der Wiener Städtischen, Siegfried Sellitsch, neuer Aufsichtsratspräsident der BAWAG wird, war für Geyer "eine Überraschung" und sei im übrigen eine "Privatangelegenheit". Sellitsch, bis Juni 2001 Generaldirektor der Städtischen, ist seit Ende des Vorjahres auch nicht mehr dem Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtische Vermögensverwaltung.
Eine politische Vereinnahmung, "von wem auch immer" wies Geyer für sich und sein Haus zurück. Der Vorstand schaue auf die Ergebnisse und sonst keine anderen Gesichtspunkte. Wenn man 17 Millionen Kunden in 17 Ländern habe, beschäftige man sich nicht damit, wer bei einer Wahl in Österreich wo ein Kreuzerl mache. Der überwiegende Anteil der Kunden der Wiener Städtischen sei nicht in Österreich. "Ich lasse mich nicht vereinnahmen", stellte Geyer klar.
BA-CA bekräftigt Interesse
Bank Austria-Chef Erich Hampel hat bekräftigt, an der Gewerkschaftsbank BAWAG interessiert zu sein. Spekulationen um eine "Rote Superbank" aus BAWAG, Wiener Städtischer Versicherung und in der Folge auch mit "Bank Austria-Österreich" werden in der Wiener UniCredit-Tochter hingegen als sentimentale Geschichte abgetan. Zumal von Seiten UniCredits gar keine Absicht bestehe, das Österreich-Geschäft zu verkaufen.
"Unser Ziel ist es, in Österreich zu wachsen. Wir sind an einem Kauf grundsätzlich interessiert und werden uns die Bank genauer ansehen", erklärt Hampel zur Causa Prima, zur am Markt befindlichen Gewerkschaftsbank BAWAG.
Zur "Superbank" stellte Hampel in einem Statement an die APA heute aber fest: "Österreich ist ein Kernmarkt für uns und die UniCredit Group. Ein Verkauf der heimischen Aktivitäten steht nicht zur Debatte. Im Gegenteil - wir wollen unsere Position in Österreich in den nächsten Jahren weiter kontinuierlich ausbauen", so Hampel.
(apa/red)
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