Freitag, 7. April 2006

Schwimm-Star: Mit der Reife wuchs bei Fabienne Nadarajah auch der Erfolg

  • 20-Jährige ist noch lange nicht am sportlichen Zenit
  • Weltrekord im Delfin-Sprint könnte in Griffweite sein

Fabienne Nadarajah hat mit dem Gewinn von Silber über 50 m Delfin und der ersten Zeit unter 26 Sekunden (25,95) in Shanghai den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere erreicht. Mit dieser zweiten Kurzbahn-WM-Medaille einer Österreicherin nach jener von Mirna Jukic 2002 in Moskau über 200 m Brust (Bronze) nimmt die 20-Jährige in der aktuellen Erfolgshierarchie der österreichischen Schwimmer hinter Markus Rogan bereits Rang zwei ein. Aber das soll noch lange nicht alles sein.

Denn Nadarajah hat noch einiges an Entwicklungspotenzial. "Mittlerweile hat sie ihren schwimmerischen Rückstand schon langsam aufgeholt", bezieht sich Trainer Robert Michlmayr auf die dreijährige Pause der Wienerin im Alter von 12 bis 15 Jahren, als sie den Schwimm-Becken fernblieb und sich lieber auf Tennis-Courts sportlich betätigte. "Als sie mit 16 oder 17 Erfolge hatte, war sie schwimmerisch auf der Stufe einer 13- oder 14-Jährigen."

Das bedeutete einiges an Arbeit, doch die Unterbrechung der Laufbahn hatte auch einen Vorteil. Nadarajah war nämlich in ihren Kinderjahren beim ASV Wien eingeschrieben und musste nach dem Wechsel zu Michlmayr nach einer anderen Trainingsphilosophie arbeiten. Michlmayr: "Da waren die alten Techniken nicht mehr so gefestigt und ich konnte die neuen Trainingsaspekte schneller einbringen."

Nach der Kurzbahn-WM in Shanghai wird Nadarajah verstärkt auf 100 m Delfin hinarbeiten, denn diese sind im Gegensatz zu 50 m Delfin olympisch. Noch will Michlmayr keine Prognosen abgeben, was für Nadarajah bei den Spielen 2008 in Peking möglich sein könnte, doch einen Final-Einzug will er nicht ausschließen. Nichtsdestotrotz wird die SV-Schwechat-Athetin den Delfin-Sprint weiter fix im Programm haben.

Und das aus gutem Grund, denn wer schenkt schon gerne Medaillen her. "Wir können den 50er nicht außer Acht lassen, denn so weit vom Weltrekord ist sie ja auch nicht mehr weg. "Der Weltrekord ist nicht zu garantieren, aber er ist auch nicht auszuschließen", strapaziert Michlmayr an dieser Stelle seinen Lieblingssatz. "Wir werden weiter daran arbeiten und probieren."

Was Nadarajah außer Michlmayr dabei unterstützen kann, ist ihre tolle Einstellung zum Sport. "Sie ist immer sehr professionell", lobt der 36-jährige Betreuer. Dass sie diesen Status erst im Laufe der Jahre erreicht hat, ist klar. Michlmayr spricht in diesem Zusammenhang von einem Reifungsprozess, den es zu durchlaufen galt. "Das hat sie altersbedingt und durch ihr Selbstvertrauen bewältigt." Nun gilt es, auf dieser Entwicklung aufzubauen.

STECKBRIEF:
Geboren: 10. Juni 1985 in Wien
Wohnort: Wien
Größe/Gewicht: 1,84 m/70 kg
Familienstand: ledig
Beruf: Absolventin Handelsschule, angehende Studentin
Hobbys: Cricket, Laufen, Radfahren

(apa)

7.4.2006 14:15
pixel