Debütant Villarreal als CL-Sensation: Großer
Jubel nach 1:0-Heimerfolg vs. Inter Mailand
- "Kombination aus Arbeit und Selbstbewusstsein"
- Enttäuschter Mancini: "Haben nicht gut gespielt"
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Von Real Madrid über
Liverpool bis Barcelona
Spätestens seit 4. April 2006 muss wirklich jeder Fußball-Anhänger Villarreal CF kennen. Der Verein aus der ostspanischen Kleinstadt, die keine 50.000 Einwohner zählt, über keine Straßenbahn, U-Bahn und auch keinen Flughafen verfügt, schrieb ein Kapitel Champions-League-Geschichte, steht als Debütant der "Millionen"-Liga im Semifinale. Der 1:0-Heimsieg gegen Inter Mailand und die Auswärtstorregel machten den Aufstieg möglich.
"Das, was wir geschafft haben, würde ich nicht als Wunder oder einen wahr gewordenen Traum nennen, sondern es ist eine in den vergangenen Jahren gewachsene Kombination aus harter Arbeit und Selbstbewusstsein", erklärte der chilenische Trainer Manuel Pellegrini das Erfolgsgeheimnis, während Präsident Fernando Roig, ein Keramik-Industrieller, dessen Sohn im Klub als Sportdirektor und dessen Tochter in der Presseabteilung arbeitet, im Namen aller Fans erklärte: "Das ist ein historischer Tag für Villarreal!"
Das "Yellow Submarine" (gelbe U-Boot), wie der Klub in Anspielung auf den Beatles-Song heißt, hat in Spanien selbst noch nie einen Titel gewonnen. Über den UEFA-Intertoto-Cup (2003, 2004) qualifizierte sich der Provinzverein bisher zweimal für den UEFA-Cup, wo es je eine Halb- und Viertelfinal-Teilnahme gab. Der dritte Platz in der Primera Division 2005 hinter Barcelona und Real Madrid öffnete den "Gelben" die Tür ins Konzert der ganz Großen.
Der aktuelle Tabellenachte (nach 31 Runden 21 Punkte Rückstand auf Barca) hat von der Qualifikation an Brocken wie FC Everton, Manchester United, Glasgow Rangers und eben Inter aus dem Weg geräumt. "Wir waren überzeigt, dass wir Inter eliminieren würden, weil wir auch ein großes Team sind", meinte Pellegrini. Das 1:2 in San Siro vor einer Woche war die bisher einzige Niederlage, die am Dienstag Rudolfo Arruabarrena, der schon gegen die Rangers (1:1) in wichtiges Tor erzielt hatte, vergessen ließ.
Das Kopftor des Verteidigers nach Freistoß von Argentinien-Star Juan Roman Riquelme in der 58. Minute war Goldes wert, weil dadurch der Auswärtstreffer von Diego Forlan doppelt zählte. Die 22.500 Zuschauer im kleinen Stadion El Madrigal standen Kopf, in den Gassen des Städtchen wurde noch lange nach dem Schlusspfiff mit gewohnt südländischem Temperament ausgelassen gefeiert. (apa/red)
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