Dienstag, 4. April 2006

ÖGB reagiert nach Bawag-Skandal schnell: In 9 Tagen von Verzetnitsch zu Hundstorfer

In nur neun Tagen wurde die Gewerkschaftswelt umgedreht. Kurz nach Auffliegen der BAWAG-Affäre mit der Haftung des ÖGB für das angeschlagene Bank-Institut musste Präsident Fritz Verzetnitsch den Hut nehmen, wurde die BAWAG verkauft und ein neuer geschäftsführender Präsident installiert.

24.3.: ÖGB-Finanzchef und BAWAG-Aufsichtratspräsident Günter Weninger gibt bekannt, dass der Gewerkschaftsbund mit seinem Vermögen für die BAWAG gehaftet hat. Davon wussten nur er selbst und Präsident Fritz Verzetnitsch.

25.3./26.3.: Verzetnitsch verweigert seinen Rücktritt: Warum sollte ich?

27.3.: Rücktritt von Verzetnitsch im erweiterten ÖGB-Präsidium. Vizepräsident Rudolf Hundstorfer übernimmt interimistisch das Präsidentenamt.

29.3.: Der ÖGB-Vorstand bestellt den Zentralsekretär der Metaller-Gewerkschaft Erich Foglar zum Nachfolger von Weninger als Finanzreferent.

30.3.: In einer außerordentlichen Vorstandssitzung beschließt der ÖGB, die BAWAG bis zu 100 Prozent zu verkaufen.

4.4.: Das Präsidium der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter schlägt Rudolf Hundstorfer, Vorsitzender der Gemeindebediensteten-Gewerkschaft, als Nachfolger von ÖGB-Präsident Verzetnitsch bis zum ordentlichen Bundeskongress 2007 vor. Der für Juni geplante außerordentliche ÖGB-Bundeskongress wird abgesagt. Dieser Beschluss muss am Donnerstag noch vom ÖGB-Vorstand abgesegnet werden. (apa/red)

4.4.2006 16:44