Gusenbauer regt auf: "Das Allerschlimmste
für Konservative wäre Vollbeschäftigung"
- Leitl: "Affront gegen Sozialpartnerschaft & Betriebe"
Für Missstimmung in der Wirtschaftskammer (WKÖ) hat ein Interview mit SP-Chef Alfred Gusenbauer in der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" gesorgt. Gusenbauer erklärte darin, "das Allerschlimmste für die Konservativen wäre Vollbeschäftigung", denn "da könnten die Arbeitnehmer maßlos werden in ihren Gehaltsforderungen". WKÖ-Präsident Christoph Leitl bezeichnete das als "Affront gegen die Sozialpartnerschaft und die Betriebe".
Der Druck, der durch die Arbeitslosigkeit auf der Arbeitnehmerschaft laste, "soll zu niedrigeren Löhnen und zu größerer Opferbereitschaft beitragen", meinte Gusenbauer. Die Konservativen "halten es sehr wohl für erstrebenswert, wenn die Arbeitnehmerschaft gefügig ist", so der Sozialdemokrat, der mit diesen Aussagen für WKÖ-Chef Leitl einen "Affront gegen die Sozialpartnerschaft" bot.
Die Äußerungen des SP-Vorsitzenden seien aber auch "ein Affront gegen die österreichischen Betriebe", so Leitl, der von Gusenbauer "eine unmissverständliche Klarstellung" erwarte, "dass seine Aussagen zumindest auf Österreich nicht zutreffen".
Gusenbauers Aussagen seien "ein hilfloser Versuch von der derzeitigen Berichterstattung rund um aktuelle und längst vergangene SPÖ-Skandale abzulenken", meinte wiederum ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka in einer Aussendung. (apa)
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