Mittwoch, 19. April 2006

Linzer Musiktheater: Diskussion um drohende Verkehrsprobleme bei Neubau

  • Verlegung von Durchzugsstraße und U-Bahn nötig?
  • Planungsstadtrat: Stadt, Land & ÖBB müssen reden!

Nach dem kürzlichen Entscheid im Architektenwettbewerb für den Neubau eines Linzer Musiktheaters ist das Projekt noch lange nicht auf Schiene. Das zeigt die Diskussion um durch den Baukörper am Standort Blumau verursachte Verkehrsprobleme, die zuvor in verschiedenen Medien begonnen hatte und daraufhin voll entbrannt ist.

Demnach erfordert das im Architektenwettbewerb Anfang April ausgewählte Siegerprojekt des Engländers Terry Pawson - geschätzte Kosten 143 Mio. Euro - die Verlegung von Hochleistungsstraßen und möglicherweise der erst vor 19 Monaten eröffneten Mini-U-Bahn. Für das Theater muss die Blumauerstraße - es handelt sich um die für den Verkehr durch die Stadt wichtige Verbindung vom künftigen Westring (A26) über die Kärntnerstraße zur Mühlkreisautobahn (A7) beziehungsweise Industriezeile - direkt neben die Westbahnstrecke verlegt werden. Dort müssen die ÖBB für ihre Hochleistungsstrecke die Trasse aber um zehn Meter verbreitern. Als Problem wird auch gesehen, dass das Gebäude die Nord-Süd-Einsatzroute für Rettung, Feuerwehr und Polizei blockiere. Zudem fühlen sich durch den Theaterbau die Geschäftsleute in der südlich gelegenen Wienerstraße abgeschnitten und fürchten um ihre Zukunft.

Schnelle Verkehrslösung gefragt
Laut Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger (S) müssen sich Stadt, Land und ÖBB so schnell wie möglich an einen Tisch setzen und eine gemeinsame Verkehrslösung finden. Gebe es diese nicht, sei eine Baugenehmigung nicht möglich. Landeshauptmann Josef Pühringer (V) als Bauherr stellte am Mittwoch fest, die Verkehrslösung sei bei der mit 10:1 in großer Einhelligkeit gefallenen Jury-Entscheidung bereits berücksichtigt worden, ebenso die dafür geschätzten Kosten von 11,4 Mio. Euro. Demnächst werde dazu eine Expertengruppe nach einem Vorgespräch mit dem Architekten ihre Arbeit aufnehmen.

FPÖ fordert Stopp für "Millionengrab"
Für die FPÖ forderte deren Klubobmann im Landtag Günther Steinkellner einen Stopp für das "Millionengrab". Er wiederholte den Gegenvorschlag seiner Partei, einen Zu- und Umbau am alten Standort des Landestheaters, der um 70 Mio. Euro billiger wäre. Für das BZÖ zeigte der Landtagsabgeordnete Josef Brunmair ebenfalls Sympathie für den Ausbau des alten Standortes und verlangte eine genaue Überprüfung des Projektes am Standort Blumau, bevor weitere Millionen Steuergelder "verschleudert" würden.
(APA/red)

19.4.2006 16:34