Sonntag, 16. April 2006

Höhepunkt und Abschluss der Karwoche: Heute wird die Auferstehung Christi gefeiert

  • Papst spendet traditionell den Segen "Urbi et Orbi"
  • Benedikt XVI. feiert heute seinen 79. Geburtstag
    Heiliger Vater will zum Frieden in Israel aufrufen

Vor Zehntausenden Gläubigen und Touristen auf dem Petersplatz in Rom hat Papst Benedikt XVI. mit der Ostermesse begonnen. Der Gottesdienst auf dem frühlingshaft sonnigen Petersplatz im Vatikan begann um 10.30 Uhr, gegen 12.00 Uhr wollte das katholische Kirchenoberhaupt den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) erteilen.

Unter dem Jubel der Menschen bahnte sich der deutsche Papst auf dem Petersplatz zu Fuss den Weg durch die Menge. Heiter und lächelnd, aber von der langen Osternachtsfeier offenbar ein wenig müde, winkte er den Menschen zu. "Friede sei mit Euch", sang der Papst und ein tausendfacher Chor von Pilgern antwortete mit Halluja. Für Joseph Ratzinger ist an diesem Sonntag ein ganz besonderer Tag: Es ist sein erstes Osterfest seit der Papstwahl vor einem Jahr. Zugleich feiert das katholische Kirchenoberhaupt am Ostersonntag seinen 79. Geburtstag.

Aufruf zu Frieden in Israel
Heute will Benedikt XVI. Berichten der Nachrichtenagentur Ansa zufolge vor Zehntausenden Gläubigen zum Frieden in Israel aufrufen und gleichzeitig die internationale Gemeinschaft dazu auffordern, dem palästinensischen Volk auf dem Weg zu einem eigenen Staat zu helfen. Auch werde er indirekt zur politischen Lage nach den Parlamentswahlen in Italien Stellung nehmen, hieß es.

Papst hält Osterwache
Noch in der Nacht hatte Benedikt im stimmungsvoll beleuchteten Petersdom die Osternacht gefeiert. Dabei wurde in der Vorhalle der Kirche das Osterlicht entzündet und in den Petersdom gebracht. Die Kerze, die die bis dahin im Halbdunkel liegende Basilika erleuchtete, symbolisiert die Auferstehung des Religionsstifters Jesu Christi von den Toten.

Im vergangenen Jahr war das Osterfest von der Sorge um den todkranken Johannes Paul II. überschattet. Die Fernsehkameras zeigten damals Bilder von einem Papst, der nur mit Mühe seine Hand heben konnte - beim Versuch, den Segen zu sprechen, versagte ihm die Stimme. Sechs Tage später, am 2. April, starb er. Am 19. April wurde der damalige Kardinal Joseph Ratzinger zum Nachfolger bestimmt. (apa)

16.4.2006 11:12