Kunstschätze entgegengenommen: Klimt-Gemälde bei Erbin in L.A. eingetroffen
- Im Los Angeles County Museum of Art präsentiert
·Um diese Klimt-Bilder
wurde Jahre gestritten
KLICKEN: Die Gemälde nochmals zum Anschauen
Nach jahrelangem Rechtsstreit sind die fünf Klimt-Gemälde aus der Österreichischen Galerie Belvedere, die an die Erben nach Bloch-Bauer restituiert wurden, bei der Erbin der von den Nazis enteigneten Familie eingetroffen: Maria Altmann nahm die Kunstschätze in Los Angeles entgegen. Darunter ist auch ein Porträt ihrer Tante mit dem Titel "Adele Bloch-Bauer I".
Dieses Bild wurde zusammen mit einem weiteren Porträt von Bloch-Bauer und den drei Landschaftsgemälden "Apfelbaum", "Buchenwald/Birkenwald" sowie "Häuser in Unterach am Attersee" im Los Angeles County Museum of Art präsentiert. Die Kunstwerke werden dort bis zum 30. Juni ausgestellt. "Ein Traum ist Wirklichkeit geworden", sagte die 90 Jahre alte Maria Altmann. "Los Angeles ist schon so lange meine Heimatstadt. Sie hier zu sehen, ist ohne Worte." Die Erbin führte einen siebenjährigen Rechtsstreit, um den Besitz ihrer Familie wieder zu erlangen. Die Gemälde haben einen Schätzwert von rund 300 Millionen Dollar (246 Millionen Euro).
Bloch-Bauers Ehemann floh 1938 in die Schweiz. Die Nazis übernahmen die Kunstwerke, die dann in den Besitz der Belvedere-Galerie in Wien gelangten. Die österreichische Regierung hat erklärt, sie könne es sich nicht leisten, die Bilder zurückzukaufen. Die Werke gelten in Österreich als nationaler Kunstschatz. Ein Schiedsgericht hatte den Anspruch Altmann im Jänner als rechtmäßig bestätigt.
Maria Altmann war 1938 erst 21 Jahre alt. Ihre ganze Sorge galt damals nicht dem Familienbesitz, sondern ihrem Mann, der in das Konzentrationslager Dachau gebracht wurde. Das Paar konnte sich aber noch während des Krieges retten und zog 1942 nach Los Angeles. Dort führte Maria Altmann eine Mode-Boutique.
In Los Angeles hatte Altmann die ganze Zeit über eine Reproduktion des berühmten Porträts im Wohnzimmer hängen. Sie habe das Poster von einem Freund geschenkt bekommen, sagte die alte Dame mit einem immer noch hörbaren leicht österreichischem Akzent. "Er gab mir nicht einmal einen Kuss, aber meine Mutter regte sich auf, als sie davon erfuhr."
Trotz des langwierigen Rechtsstreits sagte Altmann, sie habe keine schlechten Gefühle gegenüber Österreich. Vielmehr bewundere sie die Mitglieder des Schiedsgerichts für ihren Mut und ihre Aufrichtigkeit. Die fünf Bilder sind die wertvollsten Kunstgegenstände, die seit Inkrafttreten des österreichischen Kunstrückgabegesetzes im Jahr 1998 den ursprünglichen Eigentümern oder deren Erben zurückgegeben wurden.
(apa)
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