Der VP-Neuwahl-Poker
- Wie die VP die SP mit der Bawag-Affäre besiegen will.
NEWS-Gallup-Umfrage: Bawag-Skandal wirft die SP erstmals auf Platz 2 zurück. Schwarzer Angriffsplan: Wie Kanzler Schüssel die ÖGB-Krise jetzt für Neuwahlen nützen will.
Diese Causa schauen wir uns zunächst mal erste Reihe fußfrei an. Wir dürfen keinesfalls übertreiben, legte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Dienstag die schwarze Linie im ÖVP-Bundesparteivorstand fest. Der Bawag-Skandal, der den österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) in eine Krise stürze, färbe ohnehin auf die SPÖ ab. Die haben ein Strukturproblem. Die Wirtschaftskompetenz ist dahin, ist sich der Kanzler in der schwarzen Sitzung sicher. Wir müssen nur im Parlament und in der Öffentlichkeit immer wieder gezielte Fragen an SP-Chef Alfred Gusenbauer stellen, ihn in die Affäre verwickeln, assistiert VP-Klubchef Wilhelm Molterer. Ab jetzt werde man die SPÖ vor sich hertreiben. Die Stimmung der schwarzen Granden ist so gut wie schon lange nicht mehr. In der SPÖ hingegen herrscht Wut und Entsetzen über die Troubles der Gewerkschaftsbank. Kein Wunder.
NEWS-Gallup-Umfrage: ÖVP überholt SPÖ. Der Milliardenverlust der Bawag, das Luxusleben ihrer Exdirektoren und die Rolle des Ex-ÖGB-Präsidenten und Ex-SP-Abgeordneten Fritz Verzetnitsch liefern schließlich den Stoff, aus dem schwarze Träume und rote Alpträume sind. Wenige Monate vor der Nationalratswahl wird der Kampf um Platz eins zwischen ÖVP und SPÖ immer dramatischer, und ein längst stabil geglaubter Vorsprung der Roten ist zumindest derzeit perdu.´
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