Freitag, 31. März 2006

Mehr Gehalt für Sie: FORMAT zeigt Ihnen die besten Wege für höhere Gagen

  • Wie viel Ihr berufliches Können wirklich wert ist
  • Schritt ins Ausland derzeit Karriereturbo Nummer 1

Nach einigen mageren Jahren gibt es heuer wieder deutlich mehr Spielraum für spürbare Einkommenszuwächse. FORMAT zeigt die besten Wege für höhere Gagen.

Stellen Sie sich vor, es gibt einen Job mit einem Jahresgehalt von 120.000 bis 150.000 Euro, und keiner geht hin. Dabei waren eigentlich Tausende Österreicher für diese Spitzengage infrage gekommen. Gesucht wurde nämlich vor kurzem ein HTL-Absolvent mit ein paar Jahren Berufserfahrung, der als technischer Betriebsleiter bei einem bekannten Vorarlberger Seilbahnproduzenten arbeiten sollte. Einziger Haken: Der Einsatzort lag in Nigeria; rund 300 Kilometer von der Hauptstadt Lagos entfernt und damit in unmittelbarer Nähe des dort tobenden Bürgerkrieges. Conrad Pramböck, Gehaltsexperte beim Personalconsulter Neumann International: "Es war einfach nicht möglich, einen einzigen passenden Bewerber für diese Stelle zu begeistern."

Schritt ins Ausland Beschleunigungsfaktor Nummer eins
Man muss nicht gleich nach Afrika gehen, damit die Bezahlung deutliche Sprünge macht. Allerdings ist ein Schritt ins Ausland derzeit der Beschleunigungsfaktor Nummer eins für die Gehaltskarriere. Gundi Wentner, Partnerin des Personalberaters Wentner-Havranek Deloitte: "Wer bereit ist, in die Reformstaaten zu gehen, kann sein Gehaltspaket durchaus um fünfzig Prozent und mehr steigern." Dabei ist das reine Gehalt nur die halbe Miete - es steigt in der Regel um bis zu zwanzig Prozent. Dazu kommen aber noch Annehmlichkeiten wie Dienstwohnung und Firmenauto, die man in vergleichbaren Positionen in Österreich im Regelfall nicht bekäme.

Gehaltszuwachs in Höhe der Inflation
Spektakuläre Gehaltssprünge im Inland machten dagegen in den vergangenen Jahren nur Experten mit gesuchten Spezialkenntnissen oder Führungskräfte, die von variablen Bonuszahlungen profitieren. Bei einem durchschnittlichen Angestellten deckten die Gehaltszuwächse dagegen kaum mehr als die Inflation ab. Neumann-Gehaltsconsulter Pramböck: "In den letzten Jahren waren die meisten Arbeitnehmer schon froh, wenn ihr Job sicher war. In der Regel hat sich das Gehaltsgefüge deshalb nur um etwa drei Prozent im Jahr erhöht."

So stieg das durchschnittliche Bruttoeinkommen laut Wifo von 2000 auf 2006 lediglich um 14 Prozent auf 2.477 Euro. Nach Abzug von Steuern und Inflation stieg die Kaufkraft im selben Zeitraum sogar nur um 41 Euro (siehe Grafik links). Auch bei Österreichs Managern können einige spektakuläre Fälle nicht darüber hinwegtäuschen, dass die breite Masse gehaltsmäßig kaum vorankommt. Im Vorjahr ging das Durchschnittsgehalt der drei obersten Führungsetagen laut einer Umfrage des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) sogar um 5,8 Prozent zurück (siehe Grafik rechts). Die Ursachen für diesen Rückgang kann sich WdF-Geschäftsführerin Friederike Hladky nicht erklären, möglich ist aber, dass einige Manager noch unter den Nachwehen der Krisenjahre 2001 bis 2003 zu leiden hatten. Für heuer ist WdF-Chefin Hladky aber wieder etwas optimistischer: "Die Gehälter werden heuer um rund vier Prozent steigen."

Auch Neumann-Experte Pramböck sieht wieder Chancen auf nennenswerte Sprünge beim Salär: "Die Wirtschaft hat sich zuletzt deutlich besser entwickelt. Das schlägt sich mit einer Zeitverzögerung von zwei bis drei Jahren auch auf die Gehälter nieder. Bei besonders gefragten Berufsgruppen wie etwa Bilanzbuchhaltern, Key-Account-Managern oder Controlling-Spezialisten sind in den nächsten Jahren sogar sieben bis acht Prozent mehr per annum möglich."

Jobwechsel bringt mehr Geld
Bei einem Jobwechsel beobachten Personalberater schon seit längerer Zeit eine spürbar steigende Tendenz bei den Einkommen. Allerdings hat sich diese Entwicklung bei den bestehenden Gehältern nur homöopathisch ausgewirkt. Umso wichtiger ist es, jetzt den individuellen Gehaltsspielraum auszuloten. Im FORMAT-Gehaltscheck 2006, der auf Daten von Neumann International beruht, können Sie in kurzer Zeit ihren möglichen Wert am Arbeitsmarkt errechnen (siehe Seite 106).

Für zwanzig wichtige Berufsgruppen sind nicht nur die durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen angeführt, sondern auch die Bandbreite. So verdient ein Leiter der Personalabteilung in einem Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern im Schnitt 80.900 Euro brutto. Die obersten 25 Prozent kommen sogar auf mehr als 94.200 Euro. Dagegen kommen die 25 Prozent mit dem relativ niedrigsten Salär auf weniger als 65.100 Euro.

Je nach Branche, Region, Alter und Betriebsgröße weichen diese Normwerte nach oben und nach unten ab. So bekommt man in Wien 14 Prozent mehr als im Bundesschnitt. Schlusslicht ist Kärnten, hier werden außerhalb von Klagenfurt 25 Prozent weniger kassiert als in der Bundeshauptstadt. Mithilfe des Regionalfaktors und drei weiterer Multiplikatoren kann man die individuell möglichen Gehaltsniveaus analysieren.

Ausbildunguntere 25 ProzentMedianTop-25-Prozent
Uni-Absolvent Wirtschaft26.200 €28.400 €31.600 €
Uni-Absolvent Technik26.500 €28.900 €32.100 €
FH-Absolvent Wirtschaft25.800 €28.300 €31.200 €
FH-Absolvent Technik26.300 €28.500 €31.800 €
Uni-Absolvent Jus23.600 €26.400 €28.700 €
Uni-Absolvent Sozialwissenschaft19.700 €22.500 €24.900 €
HTL-Absolvent19.500 €22.300 €24.300 €
AHS-Absolvent17.800 €20.200 €22.500 €
HAK-Absolvent18.100 €20.400 €22.700 €

Angegeben sind die Jahresbruttogehälter je nach Ausbildung. Der Medianwert bedeutet, dass eine Hälfte aller Berufsanfänger mehr, die andere Hälfte weniger als angegeben verdient.

Lesen Sie die ganze Story im aktuellen FORMAT!

31.3.2006 12:00