FORMAT kennt Expansionskaiser: Welche Firmen neue Standort in Österreich planen
- Besonders Diskonter & Franchiser wollen expandieren
- Butlers, Schnitzelhaus, Lush... drängen nach Westen

Zahlreiche in- und ausländische Unternehmen aus Handel und Gastronomie planen jetzt neue Standorte in Österreich. Besonders Diskonter und Franchiser wollen expandieren.
Jörg Arndt, Chef der deutschen Wohnaccessoire-Kette Butlers, macht keinen Hehl aus seinem Plan, in Österreich im Eiltempo zu wachsen: "Bei der Expansion sind wir sehr schnell. Haben wir eine geeignete Lage gefunden, können wir in acht bis zehn Wochen einziehen." Butlers bietet "alles rund um den gedeckten Tisch" an - von Kerzenständern über Klappsessel bis zu Blumentöpfen - und ist damit als Nischenplayer flott unterwegs. Erst im Dezember hat Butlers seine Wohnboutique auf der Mariahilfer Straße eröffnet. Arndt: "Wir planen für Österreich weitere fünfzehn Filialen in den nächsten zweieinhalb Jahren."
Butlers mit 15 neuen Filialen in nächsten zweieinhalb Jahren
Butlers ist nur eines von vielen Unternehmen aus Handel und Gastronomie, die jetzt neue Standorte aufsperren wollen - ein Zeichen für eine anspringende Handelskonjunktur. Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens RegioPlan suchen 420 Firmen aus dem In-und Ausland geeignete Immobilien. RegioPlan-Experte Michael Oberweger: "1.500 Standorte werden derzeit in ganz Österreich gesucht." Der Großteil der expansiven Geschäftsmodelle sind Nischenplayer wie Butlers, Franchisesysteme und Diskonter.
Schnitzel bekommt 61 neue Häuser
Eines der wachstumsstarken Franchisesysteme ist die Gastrokette Schnitzelhaus, die im vergangenen Jahr der Oberösterreicher Alexander Platzl mit seinem Bruder Oliver übernommen hat. Die Leibspeise der Österreicher soll künftig für noch fettere Umsätze sorgen.
Platzl, dem auch der Pizzazustelldienst Pizza Mann gehört: "Der Westen Österreichs ist mit Schnitzeln klar unterversorgt." Heuer wollen die Schnitzel-Platzls fünf Standorte in Oberösterreich aufsperren, mittelfristig ist eine Aufstockung von derzeit 39 auf hundert Restaurants im ganzen Land geplant.
Wienerwald setzt auf 30 neue Fast Food-Standorte
Auf Franchise setzt auch Wienerwald-Chef Franz Kainz - er will mit einer neuen Fast-Food-Kette namens "Wienerwald Express" durchstarten. Kainz: "Da gibt es echt Österreichisches, vom Backhendl bis zur Schnitzelsemmel." Sein ehrgeiziges Ziel: dreißig neue Standorte bis 2009.
Selbstständige sollen A1-Shops führen
Präsenter im Straßenbild wird auch die Mobilkom - ebenfalls als Franchisegeber. Sie will den Verkauf ihrer Handys ankurbeln, indem sie für die Expansion ihrer A1-Shops selbständige Partner sucht. Vorstand Hannes Ametsreiter: "Heuer eröffnen wir nur eine einzige eigene Filiale auf der Kärntner Straße, aber gleich fünf Franchiseshops. Wir sind gerade in ganz Österreich auf Standortsuche." Für Ametsreiter liegt der Vorteil des Modells auf der Hand: "Selbständige sind hoch motiviert."
Bioseifen und Badekugeln für Graz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz
Auch im Bereich der Nischenanbieter tummeln sich interessante Firmen, die Flanierern künftig öfter ins Auge stechen werden. So etwa der britische Kosmetikhändler Lush. Mit bunten Bioseifen, Badekugeln und Cremes hat er vergangenen Herbst in der Wiener Innenstadt losgelegt. Erst im März hat Österreich-Chefin Cäcilia Blochberger eine weitere Filiale im Wiener Donauzentrum eröffnet, und sie will demnächst Filialen in Graz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz aufsperren.
Lebensmittel-Diskonter wachsen weiter
Auffällig bei der dritten großen expandierenden Gruppe, den Diskontern: Die meisten haben ihren Ursprung in Deutschland, dem Paradeland für Billigläden. So wird Hofer, eine Tochter des Aldi-Konzerns, die Zahl der Filialen in Österreich von derzeit 374 heuer gleich um dreißig Stück erhöhen. Chef Armin Burger: "Wir wollen Flächendeckung erreichen und zum Nahversorger im Diskontbereich werden."
Eine Strategie, der sich auch der ebenfalls deutsche Rivale Lidl verschrieben hat. Österreich-Chef Hans Günter Rossmann: "Wir sperren heuer 25 bis dreißig neue Geschäfte auf, 2007 ebenso." Prozentuell gesehen ist Lidl damit ein absoluter Expansionskaiser, weil die Zahl der Filialen in zwei Jahren von derzeit 137 um mehr als vierzig Prozent ansteigt.
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