Donnerstag, 30. März 2006

Metaller-Warnstreiks: Bei DaimlerChrysler und BMW wurden die Bänder gestoppt

  • Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld
  • 3,4 Millionen Beschäftigte der Branche betroffen

Bei der zweiten bundesweiten Warnstreikwelle der Metaller standen bei den Autobauern DaimlerChrysler in Sindelfingen und bei BMW in Dingolfing vorübergehend die Bänder still. Bei einer Großkundgebung vor Tor 3 des DaimlerChrysler-Werks demonstrierten rund 12.000 Metaller für fünf Prozent mehr Geld. Im bayerischen BMW-Werk Dingolfing und bei der BMW-Komponentenfertigung in Landshut legten nach Angaben der IG Metall am Morgen mehrere tausend Beschäftigte die Arbeit nieder. "Die Montage steht komplett", hieß es.

Insgesamt rechnete die IG Metall mit knapp 30.000 Warnstreikenden in Bayern, davon die größte Zahl bei dem Autobauer. Über 20.000 Teilnehmer aus 30 Betrieben werden nach IG- Metall-Angaben am zweiten Tag der Warnstreiks in Baden-Württemberg an den Aktionen erwartet.

Bei DaimlerChrysler forderten die Metaller auf Transparenten. "Kein Verzicht für den Profit" und "Will der Vorstand bei uns kürzen, kann er dabei selber stürzen". Bei Heidelberger Druck werden rund 4000 Teilnehmer zu Aktionen erwartet. Weitere Warnstreiks waren bei Siemens in Karlsruhe und EvoBus in Mannheim angekündigt. Bei Krauss-Maffei in München-Allach versammelten sich laut Gewerkschaft etwa 1400 Beschäftigte verschiedener Firmen zu einer Kundgebung. Auch beim Triebwerksbauer MTU, bei EADS und bei Eurocopter legten Beschäftigte die Arbeit kurzzeitig nieder.

Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, in der Elbregion, in Schleswig-Holstein und in Thüringen strömten Metaller zu Protestkundgebungen. In Nordrhein-Westfallen legten mit Beginn der Tagschicht erneut Tausende der Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie die Arbeit nieder. Im Laufe des Tages sind in Berlin weitere Aktionen bei Siemens, BMW und bei EADS Secure Networks geplant.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche fünf Prozent mehr Geld. Bisher war von Arbeitgeberseite eine Anhebung der Einkommen um 1,4 Prozent als akzeptabel bezeichnet worden. Mit Ende der Friedenspflicht am Mittwoch nach Mitternacht hatten nach Gewerkschafts-Angaben 81.200 Metaller in 333 Betrieben die Arbeit kurzzeitig niedergelegt.

(apa/red)

30.3.2006 12:57