Arbeitslosigkeit in Deutschland gesunken:
"Nur" mehr 4,976 Millionen Bürger ohne Job
- März-Statistik: 72.000 weniger als im Monat zuvor
- Arbeitslosenquote ging auf 12,0 Prozent zurück
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Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt verzögert sich wegen des langen Winters: Zwar ging die Arbeitslosenzahl gegenüber Februar um 72.000 auf 4,976 Millionen zurück und sank damit erstmals in diesem Jahr unter die Fünf-Millionen-Grenze. Der Rückgang fiel aber deutlich schwächer aus als sonst üblich. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, machte dafür die sehr kalte Witterung verantwortlich. "Die saisonale Entlastung wird sich daher erst im April deutlicher zeigen." Unterdessen verschärfte sich die ohnehin angespannte Lage für Lehrstellenbewerber noch weiter.
Zur Halbzeit des seit Oktober laufenden Berufsberatungsjahres meldete die BA eine deutlich gewachsene Lehrstellenlücke. Demnach waren im März noch 168.300 Lehrstellen in Deutschland frei, ein Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig suchten aber noch 352.900 junge Menschen für den Herbst einen Ausbildungsplatz, was sieben Prozent mehr als im Vorjahr sind. Damit lag die rechnerische Lücke zwischen unbesetzten Stellen und Bewerbern bei 184.600. Im vergangenen Jahr, als ebenfalls zu wenige Lehrstellen im Angebot waren, hatte die Lücke mit 159.800 noch deutlich darunter gelegen. Bis Ende September sei deshalb eine größere Zahl unvermittelter Bewerber als im Vorjahr zu befürchten, hieß es weiter. Einer der wesentliche Gründe sei, dass die Betriebe bislang weniger Lehrstellen anbieten.
Arbeitslosenrate bei 12 Prozent
Nach dem BA-Arbeitsmarktbericht lag die Arbeitslosenquote im März bei 12,0 Prozent. Dies sind 0,2 Punkte weniger als im Februar und 0,7 Punkte weniger als vor einem Jahr. Gegenüber dem März des Vorjahres ging die Zahl der Jobsuchenden um 290.000 zurück. Laut BA ist dieser Wert aber überzeichnet, da zu Beginn des vergangenen Jahres die Statistik mit der Einführung des Arbeitslosengelds II verändert wurde und die Arbeitslosenzahl durch diesen Effekt eher zu hoch ausgefallen sei. Etwa die Hälfte des Rückgangs im Jahresvergleich geht laut BA auf entlastende Effekte durch die Arbeitsmarktreform Hartz IV wie etwa die intensivere Betreuung von Arbeitslosen zurück.
Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit im März um 30.000 zu. Allerdings ist auch dieser Wert laut BA überzeichnet, da dieser Monat außergewöhnlich kalt und schneereich war. Das Saisonbereinigungsverfahren könne solche Effekte nicht ausgleichen. So seien vor allem in den Außenberufen nicht die üblichen Neueinstellungen erfolgt, hier sei die Arbeitslosigkeit um 30.000 weniger zurückgegangen als üblich.
Zahl der Erwerbstätigen gesunken
Die Zahl der Erwerbstätigen nahm nach den jüngsten vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamts im Februar saisonbereinigt um 10.000 ab. Nicht saisonbereinigt stieg die Erwerbstätigkeit von Januar auf Februar um 25.000 auf 38,27 Millionen. Gegenüber dem Vorjahres-Februar waren dies allerdings 104.000 Erwerbstätige weniger. Maßgebend für diesen Rückgang sei, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs weiter gesunken sei. Nach ersten Hochrechnungen lag sie demnach im Januar bei 25,9 Millionen und damit um 166.000 niedriger als im Januar 2005.
Die Zahl der Stellen stieg im März im Vergleich zum Vorjahr um 113.000 auf 506.000 an. Davon waren 360.000 nicht vom Staat geförderte Stellen, 58.000 mehr als vor einem Jahr.
(apa/red)
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