Nach Heimerfolg gegen GAK: Aufsteiger SV Josko Ried im Aufwind und schon Dritter
- UEFA-Cup für Hochhauser trotzdem noch kein Thema
- GAK-Coach Söndergaard will Krise bald bewältigen
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Neben Schlusslicht Nordea Admira sorgt in der T-Mobile-Bundesliga derzeit auch die SV Josko Ried für positive Fußball-Schlagzeilen. Durch den 2:1-Heimerfolg über Vizemeister Liebherr GAK kletterte der Aufsteiger am Mittwoch auf den dritten Tabellenlatz hinter Austria Magna und Red Bull Salzburg. Und dem Dritten winkt die Teilnahme an der Qualifikation zum UEFA-Cup. Da darf doch geträumt werden, oder?
"Das ist für uns kein Ziel, wir müssen auf dem Boden bleiben, dürfen uns keine Wunderdinge erwarten, sondern müssen auf Morgen schauen", sagt klipp und klar Ried-Trainer Heinz Hochhauser zum Aufwind der "Wikinger", die in der Endphase einer Oberhaus-Saison seit 1999/2001 noch nie so gut platziert waren. Damals schienen sie ebenfalls unter Hochhauser nach 34 Runden als Vierte auf und belegten schließlich den fünften Endrang, der als bestes Abschneiden in den Klubannalen steht.
Hochhauser weiß also, wovon er spricht, und er denkt deshalb nur von Tag zu Tag, von Spiel zu Spiel. Und da beschäftigen ihn momentan die Verletzten Angerschmid (Handbruch/Gips), Brenner und Berchtold (beide Muskelblessuren). Die schlechten Trainingsbedingungen, bedingt durch den langen Winter, hatten dem Fußball-Professor ebenfalls Probleme bereitet. Daher waren die Rieder mit nur zwei Punkten aus vier Spielen ins neue Jahr gestolpert. Die Chancenverwertung war das große Manko gewesen.
Aber jetzt läuft es wie am Schnürchen und das hat gleich mehrere Gründe. "Mit 5:0 im Cup gegen die Austria Amateure haben wir den Bann gebrochen", sagt Hochhauser. Dazu kam, dass der drei Wochen verletzt gewesene Wirbelwind Seo das Offensiv-Spiel im wahrsten Wortsinne beflügelte, Drechsel im Mittelfeld lenkt und denkt und Kuljic vorne trifft. Gegen den GAK machte sich der Teamstürmer mit einem Doppelpack zum Führenden der Torschützenliste (12).
Der Vertrag des Erfolgstrainers läuft Ende Juni aus und mit der Verlängerung lässt sich Hochhauser bewusst Zeit. "Ich muss mir Zeit lassen, weil ich nicht weiß, mit welcher Mannschaft ich nächste Saison arbeiten werde. Es laufen die Verträge mit Seo und einigen anderen Spielern aus", sagt der Trainer, der bis Ende April vom Verein Klarheit haben und nicht wieder von Haus aus gegen den Abstieg spielen will. Er könnte sich aber genauso gut eine Auszeit vorstellen oder ein anderes Angebot annehmen.
Während im Innviertel fast alles eitel Wonne ist, herrscht in Graz nach fünf Liga-Niederlagen in Serie (eine solche hat es zuletzt 1989/90, als am Ende der Abstieg und dann fünf Jahre in der zweiten Division standen) Krisenstimmung. Vor allem die Routiniers sind verunsichert, solche Situationen aus den vorigen Jahren nicht gewöhnt. "Unsere Jungen wie Junuzovic und Schenk sind derzeit unsere Besten, unser Hoffnungsschimmer, vielleicht können sie mit ihrem frischen Wind die Alten mitreisen", hofft Trainer Lars Söndergaard auf die Trendwende.
Vielleicht kommt am Sonntag im Auswärtsspiel gegen seinen Ex-Verein aus Salzburg dann auch das nötige Glück zurück. Zu verlieren haben die Rotjacken nichts. Nach dem zweiten Verlusttor in Ried haben sie den Druck auch abgeschüttelt, etwas besser gespielt und auf 1:2 verkürzt. "In unserer Situation reden wir nicht über den UEFA-Cup, schauen nur auf das nächste Spiel und darauf, wie wir aus der Krise kommen. Das und die Planungen auf die nächste Saison sind unsere vorrangigen Ziele", meint der Däne, der derzeit zwei vereinslose Südkoreaner auf dem Prüfstand hat.
(apa/red)
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